Statik

Vorrangigstes Ziel im konstruktiven Ingenieurbau ist es, Bauwerke so zu konstruieren und statisch zu berechnen, dass sie dauerhaft und damit nachhaltig standsicher sind.
Die Auswahl der Baustoffe spielt hier ebenso eine Rolle wie die Wahl geeigneter statischer Systeme und Konstruktionen. Durch die Kombination der Baustoffe Ytong Porenbeton mit seinen hervorragenden wärmedämmenden Eigenschaften in der Außenwand und Silka Kalksandstein mit seiner hohen Tragfähigkeit auch bei dünnen Bauteilen in der Innenwand wird den Zielen Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit Rechnung getragen.

Standsicherheit von Wand-, Decken- und Dachsystemen

Die Normungsarbeit zur Berechnung von Bauwerken findet in Zukunft auf europäischer Ebene statt. Ein erster Schritt in diese Richtung bildet die Normenreihe DIN EN 1990 bis 1999, die sogenannten Eurocodes. Diese beinhalten die grundlegenden Normen zur Tragwerksplanung.  

Einführung und Stand der Normung

Bislang  bildete die DIN 1053 die bestmögliche Grundlage, um Mauerwerk exakt bemessen zu können. 1937 erschien sie erstmals in Deutschland und wurde seitdem regelmäßig überarbeitet.

Bis 2004 erfolgte die Bemessung nach DIN 1053-1 mit Hilfe eines globalen Sicherheitssystems mit zulässigen Spannungen zul. σ0. Differenzierte Sicherheitsbeiwerte zu Einwirkungen und Widerständen, wie sie in der DIN 1053-100 genannt sind, ließen nun eine noch genauere Bemessungssituation – und damit wirtschaftlichere Konstruktion – zu. Das eingeführte semiprobabilistische Sicherheitskonzept beinhaltet nicht nur die neuesten wissenschaftlichen Bemessungserkenntnisse, es ist auch deutlich an die europäische Norm EC 6 angelehnt.

Seit Januar 2014 ist die DIN EN 1996 (Eurocode 6) bauaufsichtlich Eingeführt und die DIN 1053-100 zurück gezogen.  Die DIN 1053-1 darf noch bis voraussichtlich 01.01.2016 gleichwertig verwendet werden.

Die Eurocodes

Als Eurocodes bezeichnet man die europaweit vereinheitlichten Bemessungsregeln im Bauwesen, die – wie die DIN-Normen – von Wissenschaftlern und Ingenieuren, Anwendern und Praktikern erarbeitet wurden. Eingeführt ab dem 1. Juli 2012, gelten die Eurocodes seitdem als verbindliche technische Baubestimmungen. Das Eurocode-Paket beinhaltet folgende Normen:

  • Eurocode 0: Grundlagen der Tragwerksplanung (EN 1990)
  • Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke (EN 1991)
  • Eurocode 2: Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken (EN 1992)
  • Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten (EN 1993)
  • Eurocode 4: Bemessung und Konstruktion von Verbundtragwerken aus Stahl und Beton (EN 1994)
  • Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten (EN 1995)
  • Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten (EN 1996)
  • Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik (EN 1997)
  • Eurocode 9: Berechnung und Bemessung von Aluminiumkonstruktionen (EN 1999)

Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben (EN 1998) ist nicht aufgeführt, da er bis zum jetzigen Zeitpunkt (06.2014) noch nicht vollständig vorliegt.

Nationaler Anhang

Die Eurocodes verfügen über eine Besonderheit: Jedes Land kann eigenverantwortlich spezielle national festzulegende Parameter (NDP) sowie nicht widersprechende zusätzliche Regeln (NCI) in einem nationalen Anhang (NA) definieren. Dieser wird individuell zu jedem Eurocode erarbeitet und ermöglicht es, die Regeln deutschlandweit anzuwenden.

Die meisten der 58 nationalen Anhänge wurden inzwischen veröffentlicht, sodass hierzulande bereits anwendbare Eurocode-Pakete vorliegen.