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Wandbaustoffe

Vormauermörtel für Silka Verblender

Eine besondere Form des Normal-

mörtels ist der Vormauermörtel,

der bei der Verarbeitung von Ver­

blend- und Sichtmauerwerk mit Fu-

genbreiten zwischen 10 und 15 mm

zum Einsatz kommt. Er ist exakt auf

das Mauerwerk abgestimmt, sodass

die Verblendung vollfugig vermörtelt

werden kann. Die eingesetzten Roh-

stoffe wirken bei fachgerechter Ver-

arbeitung Auslaugungen und Aus-

blühungen entgegen. Der werksseitig

hergestellte Trockenmörtel ist nach

Herstellerangaben mit Wasser zu

vermengen und erlaubt anschlie-

ßend, das Sichtmauerwerk inner-

halb eines Arbeitsgangs „frisch in

frisch“ zu erstellen. Ist das Mauer-

werk vollfugig ausgeführt, können

herausquellende Mörtelreste im

frischen Zustand abgestreift und wei-

terverwendet werden. Anschließend

lässt sich die Fugenoberfläche ver-

dichtend glatt streichen und der Mör-

tel kann aushärten. So ist in wenigen

Schritten ein homogener und fach­

gerechter Fugenaufbau zu erzielen.

Abdichtungen

Mauerwerksbauten verlangen

grundsätzlich Abdichtungsmaß-

nahmen gegen Feuchtigkeit. Schutz

bieten einfache bauliche Quer-

schnittsabdichtungen bis hin zu ver-

tikal eingebauten Schutzschichten

gegen Bodenfeuchtigkeit und zeit-

weise anstehendes Wasser. Eine

richtige und bauortgeeignete Pla-

nung mit sorgfältiger Ausführung

ist besonders wichtig, um eine

Abdichtung sicher und langfristig

gebrauchstauglich zu machen.

Querschnittsabdichtungen werden

direkt im Ablauf des Mauerwerks

mit eingebaut, vertikale Abdich-

tungen erst nach Fertigstellung

des Kellermauerwerks aufgebracht.

Querschnittsabdichtungen mit

Bahnen

Innerhalb des Mauerwerks ist eine

horizontale Feuchtesperre nach

DIN 18195 und DIN 18533 anzubrin-

gen. Diese ist mindestens einlagig

unter den Außen- und Innenwänden

anzuordnen. Seit dem Jahr 2000

gibt es hierzu auch normative Rege-

lungen. Normalerweise ordnet man

die Querschnittsabdichtung direkt

auf der Bodenplatte an, doch auch

andere Anordnungen sind möglich,

solange sie aufsteigende Feuchtig-

keit verhindern, das verwendete

Material geeignet ist und die Dicke

der Abdichtungsebene den Her­

stellerangaben entspricht. Die Ab-

dichtung muss an den Seiten über­

stehen und sich an vertikale und

weitere horizontale Abdichtungen

anschließen lassen.

Nach der DIN EN 1996 ist aus sta-

tischen Gründen eine bahnenförmige

Querschnittsabdichtung (R 500 nach

DIN EN 13969) oder eine Abdichtung

mit gleichwertigem Reibungswider-

stand zu verwenden

[32]

. Der Euro-

code nennt ausdrücklich auch mine-

ralische Dichtungsschlämme (MDS)

als Alternative. Die VOB Teil C jedoch

benennt lediglich eine waagerechte

Abdichtung mit Bitumendachdich-

tungsbahnen (G 200 DD) als Quer-

schnittsabdichtung – ein Umstand,

der vermutlich den Ausschrei-

bungszwecken geschuldet ist. Um

Unstimmigkeiten zu vermeiden und

Klarheit zu schaffen, sollten alle

Abdichtungsdetails mit den Verant-

wortlichen festgelegt und schriftlich

vereinbart werden.

Querschnittsabdichtungen mit

Dichtschlämmen

Der Einsatz mineralischer Dicht-

schlämme hat sich im modernen

Produkte und Verarbeitung Wandbaustoffe

Allgemeine Einführung in die Verarbeitung

3.3

3.3.1

Sperrschicht mit Bitumenabdichtungsbahn

32

Lagerfuge vollflächig vermörtelt

34

Sperrschicht mit Dichtschlämmen

33