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115

Wandbaustoffe

3

Produkte und Verarbeitung Wandbaustoffe

Allgemeine Einführung in die Verarbeitung

3.3

3.3.1

Mauerwerksbau immer weiter durch-

gesetzt und wird seit der Einführung

des Eurocodes auch ausdrücklich als

Alternative zu herkömmlichen Ab-

dichtungssystemen genannt

[33]

.

Mittlerweile gehören sie der Normen-

reihe der DIN 18533 an und sind nun

auch entsprechend den Vorgaben und

Herstellerangaben offiziell einsetz-

bar – ihren Einsatz muss der Planer

jedoch im Vorfeld abstimmen. Mit

flexiblen Dichtschlämmen ist eine

Querschnittsabdichtung mit einer

Mindestdicke von 2 mm bereits in

zwei Arbeitsschritten erreichbar. Es

empfiehlt sich, jeweils unterschied-

lich eingefärbtes Material für die bei-

den Lagen zu verwenden, damit er-

kennbar ist, an welchen Stellen der

Auftrag bereits fachgerecht ausge-

führt wurde. Mineralische Dicht-

schlämme haben sich besonders

bei Kellermauerwerk mit hohen An-

schüttungen bewährt, da die auftre-

tenden Scherkräfte in der Lagerfuge

besser aufgenommen werden kön-

nen. Das Kellermauerwerk ist auf

diese Weise ausführungssicherer und

zugleich lassen sich Schäden durch

horizontale Verschiebungen auf der

Querschnittsabdichtung vermeiden.

Lagerfugen im Mauerwerk

Lagerfugen sind stets vollflächig so

auszuführen, dass bei Normal- und

Vormauermörtel die Fugendicke

zwischen 6 und 15 mm beträgt. Mit

Dünnbettmörtel gefüllte Lagerfu-

gen sollten eine planmäßige Stärke

von 1 mm bei Ytong Porenbeton

und 2 mm bei Silka Kalksandstein

aufweisen. Die Maße beziehen

sich stets auf die Fugendicke nach

dem Versetzen der Steine bzw.

Elemente. Zur fachgerechten Aus-

führung eignen sich insbesondere

die Ytong und Silka Dünnbett­

mörtelkellen und Mörtelschlitten,

welche für eine vollfugige und feh-

lerfreie Ausführung in allen Wand-

breiten erhältlich sind

[34]

.

Qualitätsgerechte Ausführung des

Überbindemaßes

Ytong Porenbeton und Silka Kalk-

sandstein sind grundsätzlich nach

den aktuell geltenden normativen

Ausführungsregeln des Mauer-

werksbaus nach DIN EN 1996 (EC6)

und ggf. den ergänzenden Regeln in

bauaufsichtlichen Zulassungen zu

verwenden. Darin sind allgemeine

technische Parameter wie das von

der Steinhöhe abhängige Überbinde-

maß sowie die Ausführung der Stoß-

und Lagerfugen festgelegt. Für die

qualitätsgerechte Ausführung ist es

wichtig, die in der statischen Berech-

nung und den Ausführungsunter­

lagen angegebenen erforderlichen

Überbindemaße einzuhalten und

durch die Bauleitung regelmäßig ab

Baubeginn kontrollieren zu lassen.

Mauerwerk ohne Stoßfugen­

vermörtelung richtig versetzen

Ytong Porenbeton und Silka Kalk-

sandstein sind in der Regel für das

Versetzen ohne Stoßfugenvermörte-

lung geeignet. Dabei werden die

Steine knirsch aneinandergesetzt,

soweit es die Fertigungstoleranzen

der verwendeten Steine erlauben.

Als „knirsch“ geltende Stoßfugen bis

zu 5 mm müssen nicht verschlossen

werden, es sei denn, Brandschutz-

und Rauchdichteanforderungen for-

dern einen lückenlosen Verbund.

Zu groß geratene Fugenabstände

lassen sich beim Aufmauern mit

dem passenden Dünnbettmörtel

verschließen. Offene Fugen bis zu

20 mm können auch vor dem Ver­

putzen (mit geeignetem Mörtel) ge-

schlossen werden. Bei Wänden ohne

besondere bauphysikalische Anfor-

derungen (wie Brand- oder Schall-

schutz) genügt ein oberflächennaher

Stoßfugenverschluss, sonst müssen

mindestens 50% der Tiefe (halbe

Steinbreite) auf der gesamten Stein-

höhe mit Mörtel geschlossen werden.

Überbindemaß nach DIN EN 1996-1-1

l

ol

h

u

Berücksichtigung in Statik und Ausführungsplanung

h

u

250mm > l

ol

min 0,4 · h

u

45 mm

h

u

>

250mm > l

ol

min 0,2 · h

u

125 mm

Prinzipdarstellung