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Wandbaustoffe

Produkte und Verarbeitung Wandbaustoffe

Allgemeine Einführung in die Verarbeitung

3.3

3.3.1

Fachgerechte Ausführung von

Mauerwerk mit Stoßfugenver­

mörtelung mit Dünnbettmörtel

Mauerwerk mit Nut- und Feder­

verbindungen an der Stirnseite

lässt sich auch mit geeignetem

Dünnbettmörtel sowie passendem

Werkzeug in den Stoßfugen ver-

mörteln. Ist dies in der Statik, aus

Brandschutzgründen oder in den

Ausführungsplänen vorgesehen,

muss die Stoßfugenvermörtelung

mit einem geeigneten Werkzeug

erfolgen. Neben den statischen

Anforderungen erhöht eine Stoß­

fugenvermörtelung außerdem die

Ausführungsqualität des Mauer-

werks – und das mit geringem

zusätzlichen Arbeitsaufwand. Als

Mindestmaß ist das Mauerwerk

auf der halben Steinbreite und der

gesamten Steinhöhe mit Mörtel

auszuführen. Ein vollflächiger Auf-

trag – Griffhilfen ausgenommen –

schafft eine über die normativen

Anforderungen hinausgehende

Ausführungsqualität.

Wandverbindungen Innenwand an

Außenwand

Durch einzelne, verbundene Wand-

scheiben trägt das Mauerwerk zur Ge-

bäudesteifigkeit bei, wobei die Wand-

verbindungen statisch nachgewiesen

werden müssen. Meist in Stumpfstoß-

technik und damit zug- und druckfest

ausgeführt, bemisst der Statiker die

Verbindung und legt dafür eine vorge-

gebene Anzahl von Edelstahlmauer-

verbindern vornehmlich in den Drittel-

spunkten der Wand fest. Die Stoßfuge

zwischen den beiden Wänden ist voll-

ständig satt mit schwindarmem Mör-

tel zu verschließen.

Für konstruktive Wandverbindungen

bietet sich der Edelstahlmauerver-

binder (L

300 mm) an, der jeweils

nach 500 mm oder zwei Steinreihen

einzulegen ist.

Anschlussdetails ergeben sich aus

Statik sowie Schall- und Brand-

schutzvorgaben.

Schutz des frischen Mauerwerks

für eine lange Nutzungsdauer

Das frisch errichtete Mauerwerk ist

vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Sicherheitsmaßnahmen wie Abstüt-

zungen leiten auftretende Windlasten

von frei stehenden Wänden ab – insbe-

sondere bei hohem Giebelmauerwerk.

Auch der Feuchteschutz darf nicht

fehlen. So sollten die Mauerwerks-

kronen

[35]

und Brüstungen

[36]

am

Ende eines Arbeitstages abgedeckt

und am Wandfuß stehende Feuchtig-

keit vermieden werden.

Praxistipp:

Eine Dünnbettmörtel-

schicht an den Steinflanken von

etwa 3 bis 5 cm oberhalb des

Rohfußbodens schützt das Mau-

erwerk gegen temporäre Feuch-

tigkeit am Wandfuß. Bei boden-

tiefen Öffnungen sollte dann die

Dünnbettmörtelschicht auch an

den freien Stirnseiten vertikal

aufgetragen werden.

Ausführung von Decken

Decken dürfen erst nach ausrei-

chender Erhärtung des Mörtels auf-

gelegt werden, anschließend sollten

schwere Stahlbetondeckenplatten

möglichst nicht mehr verschoben

werden. Handelt es sich jedoch um

leichtere Ytong Decken- und Dach­

elemente, ist ein geringfügiges Ver-

schieben möglich, bis sie knirsch an-

einanderliegen.

Mauerwerksarbeiten im

Hochsommer

Temperaturen von über 30 °C er­

fordern zusätzliche Maßnahmen

im Mauerwerksbau. Entsprechende

Verarbeitungshinweise sind auf

dem Mörtelsack zu finden und

bei Bedarf mit uns abzustimmen.

Bei Hitze verdunstet das Anmach-

wasser deutlich schneller, wodurch

für den Aushärtungsprozess unter

Abdeckung der Mauerwerkskronen

35

Abdeckung der Brüstungen

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