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Wandbaustoffe

3

Produkte und Verarbeitung Wandbaustoffe

Allgemeine Einführung in die Verarbeitung

3.3

3.3.1

Umständen nicht mehr genug

Wasser zur Verfügung steht. Dies

kann dazu führen, dass der Mörtel

die Steine nicht ausreichend ver-

bindet. Auch Steine mit warmer

Oberfläche können diesen nega-

tiven Prozess beschleunigen. Es

bietet sich an, die Steine vorzunäs-

sen: Handformate sind in ein

Wasserbecken zu tauchen und die

Lagerfugenoberfläche eines groß-

formatigen Mauerwerks ist mit

einem nassen Quast zu benetzen.

Mauerwerksarbeiten in

Wintermonaten

Sowohl die DIN EN 1996 (EC 6) als

auch die DIN 18330 (VOB C) regeln

Arbeiten am Mauerwerk bei vor-

handenem oder zu erwartendem

Frost: In diesem Fall muss der

Auftraggeber grundsätzlich seine

schriftliche Zustimmung geben,

wobei das ausführende Unterneh-

men besondere Sicherungsmaß-

nahmen gegen die Frosteinwirkung

treffen muss. Hier informieren auch

die Witterungshinweise auf dem

Mörtelsack.

Grundsätzlich lassen sich alle Stein-

sorten bei Frosteinwirkung nur noch

schlecht verarbeiten, der Aufwand

für notwendige Sicherungsmaß-

nahmen ist entsprechend hoch.

Nach Herstellerangaben kann der

Mörtel bei Temperaturen von unter

5 °C deutlich schlechter abbinden

und erreicht entsprechend spät

seine Endfestigkeit, außerdem kann

Frost die Verbindung zwischen Mör-

tel und Stein verringern.

Das Anmachwasser kann bei nied-

rigen Temperaturen vorgewärmt

werden, doch ist in jedem Fall darauf

zu achten, dass während des ge-

samten Aushärteprozesses die Min-

desttemperatur für den Mörtel nicht

unterschritten wird. Der Einsatz von

Frostschutzmitteln ist nicht zulässig.

Mauersteine dürfen nur eingesetzt

werden, wenn ihre Oberfläche eisfrei

und der Baustoff selbst nicht durch-

gefroren ist. Das bedeutet: Auf gefro-

renen Oberflächen darf nicht gemau-

ert werden. Wärmestrahlungsquellen

helfen in Ausnahmefällen, Baumate-

rialien aufzutauen.

Auftaumittel – insbesondere Salze –

sind unzulässig, da die entstehen-

den Chloridkonzentrationen sowohl

das Steingefüge als auch angren-

zende Betonbauteile schädigen

können.

Fertiges Mauerwerk kann in den

Wintermonaten mit einer wärme-

dämmenden Schutzhülle abgedeckt

werden. Das Innere der Hülle sollte

ausreichende positive Temperatu­

ren für den Aushärteprozess des

Mörtels aufweisen. Sofern Mauer-

werk durch Frosteinwirkungen

geschädigt wird, ist es so weit ab-

zutragen, bis Mauerwerk mit aus-

reichender Festigkeit und Trag­

fähigkeit vorhanden ist.

Arbeitssicherheit auf Baustellen

Beim Arbeiten auf der Baustelle

gelten die Unfallverhütungsvor-

schriften (UVV) der Berufsgenos-

senschaft. Sie beginnen bei der

Baustelleneinrichtung, gelten bei

notwendigen Abstandsflächen und

Böschungswinkeln bei Erdaushub

und enden erst mit dem Verlassen

der Baustelle nach Arbeitsschluss.

Diese Vorschriften und Informatio-

nen sind zwingend notwendige

Arbeitshilfen, um Baumaßnahmen

unfallfrei abschließen zu können –

denn Sicherheit und Gesundheits-

schutz sollten für jeden Baubetei-

ligten an erster Stelle stehen.

Jeder Unternehmer ist vor Baube-

ginn zu einer Gefährdungsanalyse

verpflichtet, die baustellenbezogen

im Einklang mit dem Leistungs­

umfang vorzunehmen ist. Die Ana­

lyse erkennt vorhersehbare Gefähr-

dungen, um frühzeitig entsprechende

Schutzmaßnahmen zu treffen.

Der Ausführende vor Ort muss die

persönliche Schutzausrüstung

(unter anderem Schuhwerk, Be­

kleidung, Kopf-, Augen- und Ge­

hörschutz) kennen und sie sachge­

recht als Risikovorsorge nutzen.

Die Verarbeitung von Ytong und

Silka Wandbaustoffen erfordert ne-

ben den allgemeinen Baustellen-

auch ggf. weitere Schutzmaßnah-

men aus den folgenden Bereichen:

Arbeits- und Schutzgerüste

Hebewerkzeuge und

Lastaufnahmemittel

Steinsägen und Steintrenngeräte

Weitgehende Regelungen aus tech-

nischer wie berufsgenossenschaft-

licher Sicht gewährleisten einen

reibungslosen Baustellenablauf

und helfen, Unfälle zu vermeiden.