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250

Wandbaustoffe

Folgearbeiten bei Ytong und Silka

Wandbaustoffen

3.6

Wandbaustoffe

3.6.1

Damit die positiven Eigenschaften unserer Wandbaustoffe dauerhaft Bestand haben, sind diverse Folgearbeiten

notwendig, um das Mauerwerk zu schützen und individuell zu gestalten. Bevor jedoch die Schutzschichten auf

Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein aufgebracht werden, sind zunächst alle Leitungen zu verlegen. Die

dafür erforderlichen Schlitze und Aussparungen lassen sich im Bauablauf individuell erstellen.

Schlitze und Aussparungen

Leitungen für haustechnische Anlagen werden vorzugsweise „unter Putz“ verlegt, lediglich in untergeordneten Räumen

des Kellers oder Dachgeschosses ist das Verlegen „über Putz“ üblich. Für fachgerecht ausgeführte Schlitze und Ausspa-

rungen in Ytong und Silka Wandbaustoffen sind die in der Tabelle 1 dargestellten Werte nach DIN EN 1996-1-1 (Eurocode 6)

und dem entsprechenden nationalen Anhang einzuhalten. Die Tabellenwerte regeln zwar nur tragende Wände, die

Aussagen treffen jedoch häufig auch auf nicht tragende Wände zu (siehe auch Merkblatt Schlitze und Aussparungen

der DGfM). Die Lage und Anordnung von Schlitzen und Aussparungen ergeben sich dabei hauptsächlich aus der Elek-

tro- und Sanitärinstallation, wobei die normativen Vorgaben zur „kreuzungsfreien“ Verlegung der Leitungssysteme

beider Gewerke immer planerisch berücksichtigt werden sollen.

Tabelle 1: Zulässige Schlitzbreiten ohne Nachweis nach DIN EN 1996-1-1/NA

Wanddicke

[mm]

Nachträglich herge­

stellte vertikale Schlitze

und Aussparungen

3)

Mit der Errichtung des Mauerwerks hergestellte vertikale

Schlitze und Aussparungen im gemauerten Verband

Nachträglich hergestellte

horizontale und schräge

Schlitze

Maximale

Tiefe

1)

t

ch,v

[mm]

Maximale

Breite

2)

[mm]

Verbleiben-

de Mindest­

wanddicke

[mm]

Maximale

Breite

2)

[mm]

Mindestabstand

der Schlitze

und Aussparungen

Maximale Schlitztiefe t

ch,h

4)

[mm]

von

Öffnungen

unter­

einander

Unbe­

schränkte

Länge

Länge

1.250 mm

5)

1

2

3

4

5

6

7

8

9

115 bis 149

10

100

2-fache

Schlitzbreite

bzw.

240 mm

Schlitz-

breite

150 bis 174

20

100

0

6)

175 bis 199

30

100

115

260

0

6)

25

200 bis 239

30

125

115

300

0

6)

25

240 bis 299

30

150

115

385

15

6)

25

300 bis 364

30

200

175

385

20

6)

30

365

30

200

240

385

20

6)

30

1)

Schlitze, die bis maximal 1 m über den Fußboden reichen, dürfen bei Wanddicken

240 mm bis 80 mm Tiefe und 120 mm Breite ausgeführt wer-

den.

2)

Die Gesamtbreite von Schlitzen darf je 2 m Wandlänge die Maße der Spalte 5 nicht überschreiten. Bei geringeren Wandlängen als 2 m sind

die Werte in Spalte 5 proportional zur Wandlänge zu verringern.

3)

Abstand der Schlitze und Aussparungen von Öffnungen

115 mm.

4)

Horizontale

und schräge Schlitze sind nur zulässig in einem Bereich

0,4 m ober- oder unterhalb der Rohdecke sowie jeweils an einer Wandseite. Sie sind

nicht zulässig bei Langlochziegeln.

5)

Mindestabstand in Längsrichtung von Öffnungen

490 mm, vom nächsten Horizontalschlitz zweifache Schlitz-

länge.

6)

Die Tiefe darf um 10 mm erhöht werden, wenn Werkzeuge verwendet werden, mit denen die Tiefe genau eingehalten werden kann. Bei Ver-

wendung solcher Werkzeuge dürfen auch in Wänden

240 mm gegenüberliegende Schlitze mit jeweils 10 mm Tiefe ausgeführt werden.