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Wandbaustoffe

In hoch feuchtebeanspruchten

Räumen (wie gewerblich genutzten

Feuchträumen, Großküchen, Well-

ness-Bereichen oder Schwimm­

bädern) ist ein individueller bau­

physikalischer Nachweis zu führen.

Unabhängig davon empfehlen wir,

die Wände nur zu 2/3 bis maximal

3/4 mit Fliesen zu belegen, um ei-

nen zusätzlichen Puffer für den

Feuchteausgleich zu schaffen.

Ausführung von Fliesenarbeiten

Bevor die Arbeiten beginnen können,

müssen die Wandoberflächen kräf-

tig abgekehrt werden, um lose

Teile, Verunreinigungen und Staub

zu entfernen. Vorhandene Uneben-

heiten und Fehlstellen sind auszu-

gleichen, wobei die dazu verwende-

ten Materialien keinen gipshaltigen

Mörtel beinhalten dürfen.

Häufig lassen sich keramische

Fliesen oder Platten einfach und

wirtschaftlich im Dünnbettverfah-

ren

[13]

aufbringen. Dazu wird der

Ansetzmörtel mit einer auf den

Fliesenkleber und die Fliesengröße

abgestimmten Zahnkelle direkt auf

die Wand aufgetragen. Bevor der

Kleber eine Haut bildet, werden die

Fliesen im frischen Mörtelbett an-

gedrückt und ausgerichtet und

Bewegungsfugen in der Verfliesung

fortgeführt. Die Fliesen haften –

dank Flexmörtel und Dispersions-

kleber – vollflächig und mit nur

sparsam eingesetztem Ansetz­

mörtel am Untergrund. Dabei han-

delt es sich um Zusätze, die das

Wasserrückhaltevermögen steigern,

wodurch sich das Annässen oder

Grundieren der Wandflächen zu-

meist erübrigt.

Die Fliesen bzw. Platten sind erst

möglichst spät nach dem Aus­

härten des Fliesenklebers mit

wasser- und schmutzabweisendem

Fugenmörtel in der passenden

Farbstellung zu verfugen. Zu den

flankierenden Bauteilen wie Seiten-

wänden, Decken und Fußböden ist

eine 10 mm breite Fuge notwendig,

die erst später elastoplastisch ver-

schlossen wird.

Praxistipp:

Den Fliesenbelag

nie kraftschlüssig ausführen.

Aufgrund zahlreicher unterschied-

lich wirkender Fliesenkleber ver­

weisen wir sowohl auf die jeweiligen

Herstellerangaben als auch auf

die Verarbeitungsrichtlinien der

Keramikindustrie sowie des

Bundesverbandes der deutschen

Bauindustrie. Wichtig ist immer eine

auf den Untergrund abgestimmte

Variante, bei deren Auswahl Teile

der DIN 18157 hilfreich sind. Sie regelt

die fachgerechte Ausführung der

Fliesenarbeiten – von der Untergrund­

prüfung bis zur fertigen Oberfläche.

Holzpaneele und plattenartige

Wandbekleidungen

Sollen oberflächenfertige Holz­

paneele oder plattenartige Wand-

bekleidungen innen auf den Ytong

Porenbeton oder Silka Kalksand-

stein montiert werden, empfehlen

wir aus Gründen der Luftdichtheit,

zunächst einen Innenputz aufzu-

bringen. Eine winddichte Außen­

gestaltung sichert und ergänzt die

fachgerechte Ausführung. Waren

früher Direktanwendungen üblich,

entsprechen diese längst nicht

mehr den gestiegenen Anforderun-

gen der aktuellen Energieeinspar-

verordnung an die Luftdichtheit.

Die Ebenheit von Wand- und Putz­

oberfläche muss lediglich Basisan-

forderungen erfüllen, da der Eben-

heitsausgleich später durch eine

Ausgleichslattung erfolgt. Diese ist

je nach folgender Wandbekleidung

mit geeigneten Befestigungsmitteln

dauerhaft im Untergrund zu veran-

kern. Speziell für Ytong Porenbeton

sind untergeordnete Befestigungs­

mittel wie Ytong Vierkantnägel oder

Porenbeton-Spiralnägel erhältlich.

So lassen sich die unterschiedlich

großen Holzpaneele oder platten­

artigen Wandbekleidungen an-

schließend nach Herstellerangaben

auf die Grundlattung im Innenbe-

reich montieren.

Folgearbeiten bei Ytong und Silka Wandbaustoffen

Oberflächenbehandlung innenseitig

3.6

3.6.2

Fliesen im Dünnbettverfahren

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