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Wandbaustoffe

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Folgearbeiten bei Ytong und Silka Wandbaustoffen

Oberflächenbehandlung außenseitig

3.6

3.6.3

3.6.3

Mit Ausnahme von Sichtmauerwerk

verlangen alle Mauerwerksbauteile

eine dauerhafte Oberflächenbehand-

lung. Denn sie bietet Schutz vor Frost

und Feuchtigkeit, stellt die Luftdicht-

heit sicher, verhindert Angriffe aggres-

siver Umwelteinflüsse, erhöht die me-

chanische Widerstandsfähigkeit und

sorgt nicht zuletzt für eine edle Optik.

Ob dafür Verblendungen (Verklinke-

rungen), Vorhangfassaden, Wärme-

dämm-Verbundsysteme oder

Außenputze (bei Ytong Porenbeton-

Außenmauerwerk) gewählt werden,

hängt jedoch von landestypischen und

landschaftsbezogenen Bauweisen ab.

Für jede Variante stehen verschie-

dene Produkte zur Verfügung, die

unbedingt auf den Mauerwerksun-

tergrund abgestimmt bzw. mit ihm

kombinierbar sein sollten. Dafür

sind neben den hier genannten Hin-

weisen stets die Herstellerinforma­

tionen zur Anwendung und die Ver­

arbeitungshinweise zu beachten.

Hochwärmedämmende Außenwän-

de aus Ytong Porenbeton benötigen

einen wirksamen Witterungsschutz,

um dauerhaft bestehen zu können.

Ein Anstrich ist hierbei kein ausrei-

chender Schutz, denn bei Schlag­

regen oder thermischen Einflüssen

kann er die Spannungen nicht auf-

nehmen und eindringende Feuchtig-

keit somit auf Dauer nicht verhin-

dern. Dagegen können überdachte

Mauerwerksrohbauten eine Winter-

periode durchaus ohne Wetterschutz

Oberflächenbehandlung außenseitig

unbeschadet überstehen, sofern

Regen- oder Tauwasser ordnungs-

gemäß abgeleitet werden.

Außenputze sind Gestaltungsmittel

und Witterungsschutz zugleich, wo-

bei der Witterungsschutz durch zu-

sätzliche konstruktive Maßnahmen

(z.B. einen Dachüberstand) noch

effektiver wirkt. Außenputze unter-

scheiden sich je nach Anwendungs-

bereich: Außenputz oberhalb des

Sockels, im Sockelbereich sowie im

Bereich erdberührter Bauteile. Ein

weiteres Unterscheidungsmerkmal

bietet die Art des Bindemittels: Or-

ganische Putze sind nach DIN 18558

geregelt und werden mittels Kunst-

harzdispersionen gebunden. Als

schwer entflammbarer Baustoff

gehören sie der Klasse B2 an. Mine­

ralische Putze hingegen regelt die

DIN EN 998-1. Sie beinhalten anor-

ganische Bindemittel wie Kalk oder

Zement und gehören aufgrund ihrer

Nichtbrennbarkeit der Baustoffklasse

A1 an. Mineralische Außenputze

sind für den Einsatz auf minera-

lischen Untergründen wie Ytong

Porenbeton und Silka Kalksandstein

nahezu prädestiniert und gewähr­

leisten aufgrund ihres feinporigen

dampfdiffusionsoffenen Gefüges im

Außenwandbereich einen optimalen

Feuchtehaushalt.

Außenputze auf Ytong Poren­

betonmauerwerk oberhalb des

Sockels

Außenputze oberhalb des Sockels

sind sowohl einlagig als auch mehr-

lagig

[1]

ausführbar, sollten jedoch

grundsätzlich aufeinander und auf

den Untergrund abgestimmt sein.

Nur so lassen sich mit Hilfe der Putz­

systeme auftretende Spannungen –

beispielsweise durch Temperatur-

dehnung – in den Berührungsflächen

zwischen den Putzlagen und dem

Untergrund aufnehmen. Die posi-

tiven Eigenschaften eines fertigen

Putzes hängen jedoch nicht nur von

seiner Zusammensetzung, sondern

ebenso vom Untergrund sowie der

Verarbeitung und Nachbehandlung ab.

Mit der stetigen Weiterentwicklung

von Ytong Porenbeton verbessert

sich aufgrund verringerter Roh-

dichte und Elastizität auch sein

Wärmeschutz erheblich. Parallel

dazu entwickelten Putzhersteller

immer leichtere Außenputze und

folgen so dem Grundsatz, „weiche

Putze auf harte Untergründe aufzu-

bringen“. Die Trockenrohdichte, die

Druckfestigkeit und der Elastizitäts-

modul moderner Leichtputze der

Typen I und II sind optimal auf den

Ein- bzw. mehrlagiger Putz oberhalb des Sockels

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