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Wandbaustoffe

Folgearbeiten bei Ytong und Silka Wandbaustoffen

Oberflächenbehandlung außenseitig

3.6

3.6.3

Putzarmierungsgewebe auf den

Untergrund aufzubringen. Zur

Sicherung von Mauerwerkskanten

(beispielsweise bei Gebäudeecken

und Fensterlaibungen) sind ver-

zinkte, kunststoffüberzogene Eck-

schutzschienen und Sockelschienen

zu verwenden. Je nach Hersteller-

angaben ist auch Edelstahl möglich.

Oberflächengestaltung mit

Oberputzen auf Ytong

Heute übernehmen meist Maschinen

den etwa 10 bis 20 mm dicken und

gleichmäßigen Außenputzauftrag.

Danach wird der Putzmörtel mit ei-

ner Kartätsche oder einem Richt-

scheit abgezogen. Je nach Produkt

eignet sich für Außenwände aus

Ytong Porenbeton auch der zweila-

gige Auftrag „nass in nass“: In einem

ersten Arbeitsgang wird eine etwa

10 mm dicke Schicht aufgezogen

und anschließend die gewählte Un-

terputzschicht fertiggestellt. Dabei

sind Standzeiten von etwa einem Tag

pro Schichtmillimeter einzuplanen.

Es folgt ein zum System passender

Oberputz, der unterschiedliche

Strukturierungen abhängig von der

Auftragsstärke ermöglicht. Dünn-

schichtige Oberputze sind in der

vorhandenen Korngröße 2 bis 5 mm

dick aufzutragen und als Rau- oder

Scheibenputz strukturiert. Dickere

Oberputze sind wiederum in größe-

rer Auftragsdicke als der vorhan-

denen Korngröße aufzutragen und

erst am Folgetag zu strukturieren.

Bei eingefärbten Putzen empfiehlt

sich ferner ein Egalisierungsanstrich,

der in einem zusätzlichen Arbeitsgang

und nach Herstellervorgaben aufzu-

bringen ist. Er gleicht kleine, unver-

meidbare Farbunterschiede in den

eingefärbten Oberputzen aus und

verleiht der Fassade ihr einheit-

liches Bild. Natürlich darf das

gewählte Farbsystem die Wasser-

dampfdiffusion nicht beeinträchtigen.

Bei der farblichen Fassadengestal-

tung sollte man berücksichtigen,

dass dunkle Fassaden schneller

aufheizen und die damit verbundene

Temperaturdehnung in den Putz-

schichten zu Rissen führen kann, die

ab 0,2 mm behandelt werden müs-

sen. Haarrisse unter 0,2 mm sind

in der Regel unkritisch und müssen

hingenommen werden.

Bei Ytong Porenbeton gelten Hell­

bezugswerte über 60 als unkritische

Farben, niedrigere Hellbezugswerte

sind durch den Putzhersteller zu

prüfen und nur nach Rücksprache

anzuwenden. Bei Werten unter 30

ist ein direktes Putzsystem nicht

mehr möglich. In dem Fall sollten

sich Lösungen im Bereich der Wär-

medämm-Verbundsysteme finden,

in denen die tragende Mauerwerks-

schicht und das Fassadensystem

entkoppelt sind.

Aufeinander abgestimmte Unter-

grundsysteme aus Ytong Porenbe-

ton und Putzsystem schaffen – fach-

gerecht ausgeführt – dauerhafte und

optisch ansprechende Fassaden­

lösungen, die erst nach Ablauf der

Nutzungsdauer einen frischen An-

strich benötigen.

Außenputze auf Ytong Porenbe-

tonmauerwerk im Sockelbereich

Der Sockel ist der untere Teil der

Fassade, der im spritzwasserbelas­

teten Bereich liegt und aufgrund der

höheren mechanischen Beanspru-

chung durch Schmutz und Wasser

besondere Maßnahmen verlangt:

Somit müssen Sockelputze ausrei-

chend fest, wasserabweisend und

widerstandsfähig gegen kombinierte

Einwirkungen aus Frost und Feuch-

tigkeit sein.

Eine vertikale Abdichtung erdbe-

rührter Bauteile ist nach DIN 18195-4

und DIN 18533 bis 30 cm über die

Geländeoberkante zu führen. Ober-

halb der Geländeoberkante darf die

Abdichtung entfallen, sofern in die-

sem Bereich ausreichend wasser­

abweisende Bauteile zum Einsatz

kommen, andernfalls ist sie hinter

der Sockelbekleidung hochzuführen.

Kerbrissgefährdete Bereiche

9

Prinzipdarstellung