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Wandbaustoffe

Folgearbeiten bei Ytong und Silka Wandbaustoffen

Oberflächenbehandlung außenseitig

3.6

3.6.3

Ausführung von vertikalen

Abdichtungen bei Ytong und Silka

Kellermauerwerk im Dünnbettmör-

telverfahren aus Ytong und Silka

eignet sich dank seiner hohen Maß-

haltigkeit als Untergrund für alle

Abdichtungsarten. Sorgfältig ausge-

führt, können ausgleichende Unter-

putze oder Spachtelungen häufig

entfallen, wobei genaue Anforderun-

gen beim Hersteller von Dichtungs-

materialien zu erfragen sind. Offene

Stoßfugen oder Vertiefungen von

mehr als 5 mm Breite oder Tiefe

sind bei Ytong und Silka Wandbau-

stoffen ausgeschlossen, sofern sie

nach DIN EN 1996-1-1 „Allgemeine

Regeln für bewehrtes und unbe-

wehrtes Mauerwerk“ ausgeführt

wurden. Sollten dennoch Fehlstellen

im Mauerwerk vorhanden sein, sind

diese einfach vor den Abdichtungs-

arbeiten mit dem passenden

Füllmörtel, beispielweise Ytong

Füllmörtel, zu schließen. Mauer-

werkskanten aus Ytong Porenbeton

an Gebäudeecken und Öffnungen

sind anzufasen und auszurunden,

damit das Abdichtungssystem span-

nungsfrei herumgeführt werden kann.

Kommen KMB zum Einsatz, sind

diese in mindestens zwei Arbeits-

gängen mit einer Trockenschicht­

dicke von insgesamt 3 mm nach

Herstellerangaben aufzutragen und

so lange zu schützen, bis die Regen-

festigkeit erreicht ist. Der Auftrag

muss fehlstellenfrei, gleichmäßig

und je nach Lastfall entsprechend

dick erfolgen. Gerade in kühlen und

feuchten Jahreszeiten sind Wasser-

belastungen und Frosteinwirkungen

auf das noch frische Beschichtungs-

system zu vermeiden. Ist die KMB

völlig durchgetrocknet, wird vor dem

Anfüllen des Erdreichs vorsichtig

eine lose Schutzschicht gegen

mechanische Beschädigung auf­

gebracht.

Bei ungünstigen Witterungsverhält-

nissen und für einen beschleunigten

Bauablauf haben sich bahnenför-

mige Abdichtungen für die vertikale

Abdichtung von Kellermauerwerk

aus Ytong und Silka durchgesetzt.

Diese können als Kaltselbstklebe-

bahnen auf Bitumen- oder Elasto-

merbasis bei geringen Belastungs­

gruppen eingesetzt werden.

Mitunter klagen Bauherren auch

nach Abschluss der Bauarbeiten

über feuchte Kellerräume, die dar­

auf zurückzuführen sind, dass die

nach innen wie nach außen funktio-

nierenden Abdichtungen zwar fach-

gerecht ausgeführt wurden, aber

die Feuchte aus der Bauphase noch

nicht weggelüftet ist. Diese Neu­

baufeuchte lässt sich also nur durch

intensives und bewusstes Lüften

reduzieren. Gerade bei hohen Tem-

peraturen und einer hohen Luft-

feuchte im Sommer sollten Keller-

fenster geschlossen bleiben, damit

sich der Raum nicht aufheizt. Sofern

feuchtwarme Luft in den Keller

eindringen kann, muss diese in den

Übergangsmonaten intensiv weg­

gelüftet werden. Kühlere Luft in der

kälteren Jahreszeit ist weniger feucht

und hilft bei gezielter Lüftung, den

Keller besser auszutrocknen. Der

Effekt der Kellerfeuchte verstärkt

sich nochmals, wenn die Keller­

räume nicht zum beheizten Volumen

des Gebäudes gehören und sich

daher den Erdreichtemperaturen

anpassen. Auftretendes Tauwasser

ist dann weder ein Problem der

Abdichtung noch des gewählten

Mauerwerks: Die Kellerfeuchte

muss bereits in der Planung kon­

sequent berücksichtigt und der

Bauherr muss darauf hingewiesen

werden, Kellerräume in das

Lüftungsverhalten mit einzubinden.

Wärmedämm-Verbundsysteme auf

Ytong und Silka Wandbaustoffen

Der Markt bietet für alle energe-

tischen Einstufungen unterschied-

liche Wärmedämm-Verbundsysteme

(WDVS) an, die sich problemlos auf

Ytong Porenbeton und Silka Kalk-

sandstein aufbringen lassen. WDVS

sind über Zulassungen geregelt.

Diese sind für eine ordnungsgemäße

Ausführung unbedingt einzuhalten.

Nur so lassen sich Fassaden mit

ihren Detailpunkten und der ge-

wünschten Oberflächengestaltung

realisieren.

An dieser Stelle ist das WDVS auf

Basis von Multipor Mineraldämm-

platten

[11]

(siehe Kapitel 3.1.2.

„Funktionswände“) hervorzuheben,

deren ökologische, massive und

WDVS

11