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266

Wandbaustoffe

Folgearbeiten bei Ytong und Silka Wandbaustoffen

Oberflächenbehandlung außenseitig

3.6

3.6.3

Die Kerndämmung

[13]

kommt –

aufgrund der steigenden Wärme-

schutzanforderungen – am häufigsten

zur Anwendung, da der bis auf einen

Fingerspalt mit Dämmstoff gefüllte

Raum zwischen Verblendschale und

tragendem Mauerwerk einen maxi-

malen Wärmeschutz darstellt.

Ausführungsqualität von

Verblendmauerwerk

Die VOB 2006 führte erstmals den

Fugenglattstrich als Regelausfüh-

rung für zweischaliges Mauerwerk

ein. Davor galt die nachträgliche

Verfugung als Standard. Sie ist zwar

weiterhin möglich, muss dann je-

doch ausdrücklich in der Leistungs-

beschreibung vereinbart werden.

Der Fugenglattstrich

[14]

gilt als

technisch und optisch einwandfreie

Lösung, die sich in einem Arbeits-

gang erstellen lässt. Die dafür ver-

wendete Mörtelmenge sollte nach

dem Ausrichten des Verblendmau-

ersteins gleichmäßig und ohne zu

verlaufen an der Sichtseite heraus-

quellen und ist dann umgehend mit

einer Maurerkelle aufzunehmen.

Sobald der Vormauermörtel ansteift,

ist die Fuge – am besten mit einem

Schlauchstück – nochmals anzu­

drücken

[14]

, um sie zu verdichten

und leicht auszurunden. Die früher

übliche nachträgliche Verfugung be-

nötigt einen weiteren, zeitintensiven

Arbeitsschritt, wobei die Mörtelmen-

ge so zu wählen ist, dass sie die Fu-

gen zwar vollständig ausfüllt, jedoch

nicht herausquillt. Bevor der einge-

brachte Mörtel aushärtet, ist er vor-

zugsweise mit einem Holzbrettchen

mindestens 15 mm tief auszukrat-

zen und das Verblendmauerwerk

anschließend etwa vier Wochen

durchtrocknen zu lassen, um Ausblü-

hungen an der Fassade vorzubeugen.

Erst danach sollten lose Mörtelreste

aus den Fugen entfernt und das Ver­

blendmauerwerk sollte gründlich

vorgenässt werden, damit der nach-

träglich eingebrachte Fugenmörtel

nicht verdurstet. Die vorhandenen Fu-

gen lassen sich mit einem erdfeuch-

ten Fugenmörtel dicht verschließen.

Frisches Verblendmauerwerk ist

grundsätzlich vor starkem Regen

und intensiver Sonneneinstrahlung

zu schützen. Mörtelreste, die die

Sichtfassade verschmutzt haben,

lassen sich am besten im frischen

Zustand entfernen. Es mit Wasser

zu benetzen verlangt Sorgfalt, da

sich noch nicht erhärteter Mörtel

auswaschen kann. Säuren dürfen

seit 2006 nicht mehr für die Reini-

gung verwendet werden, Mörtel­

hersteller bieten jedoch spezielle

Reinigungssysteme an, die keine

Auswaschungen oder Ausblühun­

gen nach sich ziehen.

Dehnungsfugen sorgen für

Ausführungssicherheit

Richtig angeordnete Dehnungsfugen

können Risse im Mauerwerk ver-

meiden. Dafür sollten sie sowohl

reversible Formänderungen (aus

Wärme- und Feuchtedehnungen) als

auch irreversible Formänderungen

(aus Kriechen und Durchbiegungen)

aufnehmen können. Dehnungsfugen

sind etwa 1 bis 1,5 cm breit und

basieren auf dem gewählten Mate­

rial für die Verblendschale, dessen

Farbe und der betrachteten Him-

melsrichtung der Wand. Vertikale

Dehnungsfugen in der Verblendschale

bei langen Mauerwerksscheiben

sollten nach DIN EN 1996-2 die

folgenden Abstände nicht über-

schreiten:

Silka Sichtmauerwerk: 6 bis 8 m

Ytong Porenbetonmauerwerk als

Vorsatzschale mit Außenputz: 6 m

Kerndämmung

13

14

Fugenglattstrich