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Bautechnologie

5.1

5.1.2

Statik

Bemessung von nicht tragenden inneren Trennwänden aus Mauerwerk

Bemessung von nicht tragenden inneren Trennwänden aus

Mauerwerk

5.1.2

Tabelle 1: Trennwandzuschlag nach DIN EN 1991

Linienlast Wand

einschließlich Putz

[kN/m]

Zuschlag zur Nutzlast

bei der Deckenlast

[kN/m²]

1)

Anmerkung

3,0

0,80

Allgemein zulässig

<

5,0

1,20

Nur zulässig bei Decken mit

ausreichender Querverteilung der Lasten

5,0

Die Wandlast wird als Linienlast in der

Bemessung der Decke angesetzt

1)

Eine Berücksichtigung von Linienlasten

5 kN/m ist bei Nutzlasten

5,0 kN/m² nicht erforderlich.

Bei der Bemessung der Trennwände unterscheiden wir nutzungsartbedingt zwischen zwei Einbaubereichen:

n

Einbaubereich 1:

Bereiche mit geringer Menschenansammlung, z. B. Wohnungen, Hotel-, Büro- und Krankenräume sowie ähnlich genutzte

Räume einschließlich der Flure

n

Einbaubereich 2:

Bereiche mit großer Menschenansammlung, z.B. größere Versammlungs- und Schulräume, Hörsäle, Ausstellungs- und Ver-

kaufsräume sowie ähnlich genutzte Räume. Hierzu zählen auch Trennwände in Räumen mit einem Höhenunterschied der Fuß-

böden von

1,0 m.

Der Nachweis zur Aufnahme der Belastung kann rechnerisch oder durch einen Versuch erfolgen. Da ein rechnerischer Nachweis

dem wirklichen Tragverhalten der nicht tragenden inneren Trennwände nicht immer gerecht wird, wurden im Rahmen eines vom

Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau geförderten Forschungsvorhabens am Institut für Baustoffkunde und

Materialprüfung der Universität Hannover umfangreiche Untersuchungen an Trennwänden durchgeführt. Grundlage für die Zah-

lenwerte der nachfolgenden Tabellen sind die Auswertungsergebnisse sowie ergänzende gutachterliche Stellungnahmen von

Kirtschig und Anstötz.

Nicht tragende innere Trennwände aus Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Diese Trenn-

wände können ohne viel Aufwand nach Erstellen des Rohbaus aufgemauert werden und erfüllen alle Anforderungen an Brand-,

Schall- und Wärmeschutz sowie nutzungsbezogene Vorgaben. Nicht tragende Trennwände aus Ytong und Silka dürfen nicht zur Ge-

bäudeaussteifung herangezogen werden. Sie dienen im Zuge der Grundrissgestaltung als Raumtrennung und können ohne Gefähr-

dung der Standsicherheit entfernt oder verschoben werden. Die Standsicherheit der Ytong und Silka Trennwände wird durch Verbin-

dung mit den angrenzenden Bauteilen gewährleistet.

Grundlage für die Bemessung und Ausführung von Trennwänden bildet die DIN 4103-1.

Trennwände müssen eine Vielzahl an Anforderungen erfüllen, dazu gehören:

n

Aufnahme der Eigenlast nach DIN EN 1991 sowie Putze oder andere Bekleidungen

n

Aufnahme der auf ihre Fläche wirkenden Flächenlasten und Lastableitung auf angrenzende Bauteile (Wände, Decken, Stützen)

n

Aufnahme von stoßartigen Belastungen im Gebrauchszustand

Berücksichtigung nicht tragender Wände in der Statik

Die Lasten leichter Trennwände dürfen nach DIN EN 1991, Kapitel 3.2.2 vereinfacht als gleichmäßig verteilter Zuschlag zur Nutzlast

berücksichtigt werden. Voraussetzung hierfür ist die Trennwandlastbegrenzung auf

5 kN/m Wandlänge. Bei Decken ohne aus­

reichende Querverteilung wie z.B. Holzbalkendecken ist die Trennwandlast auf 3 kN/m begrenzt (Tabelle 1).