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355

Bautechnologie

5

Statik

Bemessung von Ausfachungswänden

5.1

5.1.3

Bemessungsbeispiel:

Gewähltes Mauerwerk

Wandabmessung

Höhe über Gelände

Größe der Ausfachungsfläche

Vorhandene Ausfachungsfläche

Seitenverhältnis

Zulässige Ausfachungsfläche bei d =15,0 cm

Nachweis

Neue Mauerwerkswahl

Zulässige Ausfachungsfläche bei d = 17,5 cm

Nachweis

Ytong PP 4-0,55, d = 150 mm

l

i

= 4,5 m, h

i

= 3,0 m

7,50 m

A

vorh

= 4,5 · 3,0 = 13,5 m

2

ε

= 4,5/3,0 = 1,5

A

zul

= (12 + 8)/2 = 10,0 m

2

A

vorh

= 13,5 m

2

>

10,0 m

2

= A

zul

Nachweis nicht erbracht

Ytong PP 4-0,55, d = 175 mm

A

zul

= (20 + 14)/2 = 17,0 m

2

A

vorh

= 13,5 m

2

<

17,0 m

2

= A

zul

Nachweis erbracht

Bemessung von Ausfachungswänden

Ausfachungswände für Fachwerk-, Skelett- und Schottenbausysteme brauchen statisch in vielen Fällen nicht nachgewiesen zu

werden. Sie müssen die auf ihre Fläche wirkenden Lasten (z.B. Wind) auf die angrenzenden tragenden Bauteile wie Wand- und

Deckenscheiben, Stahl- oder Stahlbetonstützen und Unterzüge abtragen.

Auch vorwiegend windbelastete nicht tragende Ausfachungswände erfordern keinen gesonderten Nachweis, wenn sie folgende

Voraussetzungen erfüllen:

n

Die Wände sind vierseitig gehalten (z. B. durch Verzahnung, Versatz oder Anker).

n

Das planmäßige Überbindemaß beträgt l

ol

0,4 · h

u

.

n

Die Größe der Ausfachungsflächen h

i

· l

i

ist nach Tabelle 1 eingehalten, wobei h

i

die Höhe und l

i

die Länge der Ausfachungsfläche

angibt.

1)

Bei Seitenverhältnissen 0,5

<

h

i

/l

i

<

1,0 und 1,0

<

h

i

/l

i

<

2,0 dürfen die größten zulässigen Werte der Ausfachungsflächen geradlinig interpoliert

werden (Abb. 1).

2)

Die angegebenen Werte gelten für Mauerwerk mindestens der Steindruckfestigkeitsklasse 4 mit Normalmörtel mindestens der

Gruppe NM IIa und Dünnbettmörtel.

3)

In Windlastzone 4 nur im Binnenland zulässig.

4)

Bei Verwendung von Steinen der Festigkeitsklassen

12

dürfen die Werte dieser Zeile um 1/3 vergrößert werden.

Ausfachungsmauerwerk ist nur mit einer Steinfestigkeitsklasse 4 möglich. Die Dicke der Wand ist maßgebend für den Ausfachungsnachweis.

Tabelle 1: Zulässige Ausfachungsflächen nach DIN EN 1996-3/NA, Tabelle NA.C.1

Wanddicke

t

[mm]

Größte zulässige Werte

1)2)

der Ausfachungsfläche in m

2

bei einer Höhe über Gelände von

0–8 m

8–20 m

3)

h

i

/l

i

= 1,0

h

i

/l

i

0,5

oder

h

i

/l

i

2,0

h

i

/l

i

= 1,0

h

i

/l

i

2,0

oder

h

i

/l

i

0,5

115

3)4)

12

8

150

4)

12

8

8

5

175

20

14

13

9

240

36

25

23

16

300

50

33

35

23

5.1.3