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Bautechnologie

Statik

Bemessung von Mauerwerk in Erdbebengebieten

5.1

5.1.4

Tabelle 9: Checkliste: Konstruktive Mauerwerksregeln nach DIN 4149, Kapitel 11

Lfd.

Nr.

Nachweis

nach

DIN 4149

Beschreibung

Erfüllung des Nachweises

x-Richtung y-Richtung

1 11.1.(4)

Das Gebäude besteht aus unbewehrtem Mauerwerk und alle Horizontallasten

werden von den Decken über Mauerwerkswände abgetragen

2 11.2.(1)

Das verwendete Mauerwerk und der Mauermörtel entsprechen den Regelungen

nach DIN 1053-1 bzw. DIN EN 1996

3 11.2.(1)

Wird Mauerwerk nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung verwendet, so

hat dieses keine verminderte Schubtragfähigkeit

4 11.2.(2)

Bei Gebäuden in Erdbebenzone 2 und 3 haben die Mauersteine durchgehende

Innenstege in Wandlängsrichtung

5 11.6.(2)

Es ist ein kompakter näherungsweise rechteckiger Gebäudegrundriss mit Seiten-

verhältnissen

0,25 vorhanden; Beispiel: Abb. 2, Skizze 6

6 11.6.(7)

Nachweis ausreichender Schubwandflächen nach DIN 4149, Tabelle 15

7 11.6.(8)

In jeder Gebäuderichtung sind mindestens zwei anrechenbare Schubwände

(siehe Tabelle 8) mit einer Länge über 1,99 m vorhanden

8 11.6.(9)

Für Bemessungswerte a

g

 ·S·

γ

I

>

0,09·g·k müssen mindestens 50 % der

erforderlichen Wandquerschnittsflächen (Tabelle 10) aus Wänden mit mindestens

1,99 m Länge bestehen

9 11.6.(10)

50% der anrechenbaren Schubwandquerschnittsflächen bestehen aus Mauer­

werk der SFK 4 und höher, wenn SFK 2 für die Außenwand verwendet wird

10 11.6.(10)

Bei Verwendung von Außenmauerwerk der SFK 2 werden die Werte für die SFK 4

nach DIN 4149, Tabelle 15 eingehalten; dies ist unabhängig von der tatsächlich

verwendeten Steinfestigkeitsklasse der anrechenbaren Schubwände

Sofern die bisherigen Kenngrößen, die sich leicht aus den Plänen erkennen lassen, erfüllt sind, ist es möglich, den vereinfachten

Nachweis für die Erdbebensicherheit durchzuführen. Hierzu werden alle gültigen Schubwandflächen jeweils für die beiden Haupt­

richtungen mit den vorhandenen Querschnittswerten rechnerisch ermittelt. Zusätzlich ist noch die tatsächliche Grundfläche

des Bauwerks zu ermitteln. Durch das Verhältnis der Schubwandflächen je Richtung in Bezug auf die Grundfläche wird der pro­

zentuale Anteil der Schubwände ermittelt und mit den erforderlichen Schubwandflächen aus DIN 4149, Tabelle 15 verglichen

(Tabelle 10). Dabei ist zu beachten, dass nur für die ausgefüllten Felder ein vereinfachter Nachweis zugelassen ist. Sofern man

mit seinen Eingangsgrößen in Felder ohne Wertangabe kommt, ist ein rechnerischer Nachweis erforderlich. Werden die prozen-

tualen Anteile in jede Gebäuderichtung eingehalten, ist der Nachweis erbracht und das Gebäude für den betrachteten Erdbeben-

fall ausreichend standsicher.

Im Vorfeld wird dabei geklärt, welche Wände als Schubwände herangezogen werden können. Die Schubtragfähigkeit von Mauer-

werk wird durch die geometrischen Parameter der Wandlänge und der Wandhöhe bestimmt. Lange Wände können dabei höhere

Schubkräfte aufnehmen als kurze Wände. Pfeilermauerwerk eignet sich daher nicht zum Abtragen von auftretenden horizontalen

Erdbebenkräften, sondern nur zum Ableiten vertikaler Lasten in die darunterliegenden Geschosse oder die Gründungsebene. Die-

ser Umstand wird in der DIN 4149, Tabelle 15 durch die Mindestanforderungen an aussteifende Wände berücksichtigt (Tabelle 8).

Die Überprüfung der konstruktiven Regeln für die Schubwände lässt sich mit folgender Checkliste (Tabelle 9) schnell durchführen.