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365

Bautechnologie

5

Statik

Bemessung von Ytong Dach- und Deckenelementen

5.1

5.1.5

5.1.5

Bemessung von Ytong Dach- und Deckenelementen

Unsere technischen Büros führen die Bemessung der Ytong Dach- und Deckenelemente mittels EDV durch. Aus den Verlegeplänen

heraus wird für jedes Dach- und Deckenelement ein statischer Nachweis geführt. Alle notwendigen technischen Grundlagen und

Details werden vor Erstellung der Verlegepläne geklärt. Nach Erstellung der Pläne und deren Freigabe werden die Ytong Dach- und

Deckenelemente individuell gefertigt und ausgeliefert (siehe Kapitel 4 „Dach- und Deckensysteme“). An dieser Stelle werden daher

nur die Grundlagen der Bemessung dargestellt. Eine beispielhafte Bemessung ist über unsere Kundeninformation erhältlich.

Werden Ytong Dach- und Deckenelemente in aggressiven Umgebungen, z.B. bei einem hohen Gehalt an CO

2

, SO

2

oder Tausalz, ein-

gesetzt, sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Die Schutzmaßnahmen, wie z.B. das Aufbringen einer Beschichtung auf

die Bauteiloberflächen, sind auf die Art des Angriffs abzustimmen.

Die Bemessung von Ytong Dach- und Deckenelementen erfolgt aktuell nach DIN 4223:2003-12. In dieser Norm werden die Baustoffei-

genschaften und deren Bemessung für „Vorgefertigte Bauteile aus dampfgehärtetem Porenbeton“ geregelt. Die DIN 4223:1958 war

eine der ältesten eingeführten technischen Baubestimmungen auf dem Gebiet des konstruktiven Ingenieurbaus. Diese alte Norm

für Porenbeton-Dach- und -Deckenelemente (früher auch als Gasbeton-Dach- und -Deckenplatten bezeichnet) galt stets in Verbin-

dung mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung für diese Bauteile. Ende 1989 wurden neuere Kenntnisse des Trag- und

Verformungsverhaltens biegebeanspruchter Porenbeton-Montagebauteile Gegenstand der Aktualisierung der Normung. Gleich­

zeitig sollten damit auch die Grundlagen für die europäische Norm für bewehrte Porenbeton-Montagebauteile erarbeitet werden.

Der allgemeinen europäischen Entwicklung folgend, wurde das Sicherheitskonzept angepasst. Die bislang verwendeten globalen

Sicherheitsbeiwerte wurden auf partielle Sicherheitsbeiwerte umgestellt und die Bemessungsverfahren an charakteristische Ma­

terialeigenschaften angelehnt. Zusätzliche allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen sind, bis auf Regelungen zur Wärmeleitfähig-

keit, entbehrlich, da die Herstellung, die Güteüberwachung, die Bemessung und die Anwendung von Porenbeton-Montagebauteilen

normativ geregelt sind. Die aktuelle DIN 4223 ist strukturell und sachlich sehr stark an den Entwurf zur europäischen Norm für

bewehrte Porenbeton-Montagebauteile EN 12602 angelehnt. Diese wurde auf europäischer Ebene bereits im August 2014 mit ein-

jähriger Übergangsfrist eingeführt. In Deutschland ist die Anwendung zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Baubuchs noch nicht

möglich, da die deutsche Anwendungsnorm DIN 4223 Teil 101-103 noch nicht eingeführt ist.

Die DIN 4223:2003-12 „Vorgefertigte Bauteile aus dampfgehärtetem Porenbeton“ ist in fünf Teile gegliedert:

n

DIN 4223-1

: Herstellung, Baustoffeigenschaften und Übereinstimmungsnachweise

n

DIN 4223-2

: Entwurf und Bemessung von

Bauteilen

mit statisch anrechenbarer Bewehrung

n

DIN 4223-3

: Entwurf und Bemessung von

Wänden

mit statisch nicht anrechenbarer Bewehrung

n

DIN 4223-4

: Anwendung von

Bauteilen

mit statisch anrechenbarer Bewehrung

n

DIN 4223-5

: Sicherheitskonzept

Zukünftig wird die Bemessung nach der DIN EN 12602 und den nationalen Anwendungsdokumenten DIN 4223 Teil 101-103 erfolgen.

Porenbeton-Materialkenngrößen bewehrter Bauteile

Bewehrte Ytong Bauteile werden in Druckfestigkeitsklassen eingeteilt. Dabei sind unterschiedliche Rohdichteklassen und

Rechenwerte der Eigenlast innerhalb dieser Druckfestigkeitsklassen möglich (Tabelle 1 und 2).

Tabelle 1: Druckfestigkeitsklassen für

bewehrte

Ytong Bauteile

Druckfestigkeitsklasse

P 2,2

P 3,3

P 4,4

Dimension

Charakteristische Druckfestigkeit f

ck

2,2

3,3

4,4

MPa

Mindestdruckfestigkeit f

cmin

2,1

3,2

4,2

MPa