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370

Bautechnologie

5.1

5.1.5

Ytong Dach- und Deckenscheiben

Der Einsatz von Ytong Dach- und Deckenscheiben zur Gebäudeaussteifung ist grundsätzlich möglich, muss aber vor der Produk-

tion der benötigten Elemente mit der DIN 4223-4, Kapitel 5.3.2 abgestimmt werden. Diese sagt aus, wie Dach- und Deckenschei-

ben auszubilden und zu bemessen sind.

Man unterscheidet zwischen zwei Scheibentypen:

n

Scheibentyp I: Anordnung der Platten parallel zur Scheibenspannrichtung

n

Scheibentyp II: Anordnung der Platten rechtwinkelig zur Scheibenspannrichtung

Für den statischen Nachweis der Dachscheiben im Industriebau existiert Fachliteratur, die – inklusive konkreter Bemessungs-

beispiele – auf die statische Wirksamkeit und konstruktive Ausbildung von Dachscheiben eingeht. Den statischen Nachweis der

Dachscheibe erstellen vorrangig unsere technischen Büros. Für Ytong Dach- und Deckenscheiben im Wohnbau eignet sich auch

das vereinfachte Bemessungsverfahren. Der Plattenlängsrand ist für die Ausbildung einer Fugenbewehrung (Abb. 1) profiliert

und schafft eine ausreichende Bewehrungsverankerung und Betonüberdeckung.

Das vereinfachte Nachweisverfahren der Scheibenausbildung setzt Folgendes voraus:

n

Scheibenhöhe (Plattenlänge) H

S

6,0 m

n

Scheibenstützweite L

S

2

·

H

S

8,0 m

n

Plattendicke h

200 mm

n

Fugenbewehrung mindestens 1 Ø 8 mm Bewehrungsstahl BSt 500 S je Plattenfuge

n

Umschließender Stahlbetonringanker b

100 mm in Deckenebene auf allen tragenden bzw. aussteifenden Wänden;

Bewehrung nach statischer Berechnung mindestens 2 Ø 10 Bewehrungsstahl BSt 500 S

n

Verguss von Fugen und Ringanker mit Normalmörtel MG III bzw. M10 nach EN 999-2 oder feinkörnigem Beton C12/15 nach

DIN EN 1992

n

Summe aller Nutzlasten q

k

3,50 kN/m²

Deckenscheiben mit Aufbeton

Beträgt die Summe aller charakteristischen Einwirkungen (inklusive

Leichtwandzuschlag) von Deckenplatten 3,50 kN/m²

<

q

k

5,00 kN/m²,

ist ein konstruktiv bewehrter Aufbeton erforderlich, den es für die auf

die Bauteilebene wirkenden Schubkräfte nach DIN EN 1992 zu be-

messen gilt. Um die Plattenfugen zu verfüllen (Größtkorn Ø 8 mm)

und den Aufbeton zu erstellen, ist nur ein Arbeitsgang notwendig.

Massivdach als Dachscheibe

Für den Nachweis der Schubkraftübertragung in der Fuge

bei Ytong Massivdächern gelten folgende Bedingungen, sofern

die Längsränder mit Nut und Feder ausgebildet sind:

n

Die Dachneigung beträgt mindestens 25°.

n

Die Dachplatten sind parallel zur Traufe verlegt

(liegende Verlegung).

n

Die Stützweite der Dachplatten beträgt maximal 6,0 m.

n

Der umlaufende Ringanker ist kraftschlüssig mit den

Dachplatten verbunden.

n

Maximale Höhe 7,0 m von der Geländeoberkante bis zur

Fußbodenoberkante des obersten Geschosses, in dem ein

Aufenthaltsraum möglich ist.

Die Nut-Feder-Flächenvermörtelung erfolgt mit Ytong fix P Dünn-

bettmörtel (Abb. 2). Für den Nachweis der aufnehmbaren Schub-

kraft dürfen nur die ebenen Verbindungsflächen außerhalb von

Nut und Feder in Rechnung gestellt werden.

Statik

Bemessung von Ytong Dach- und Deckenelementen

Abb. 1: Profilierte Fugenausbildung von Ytong Dach- und

Deckenelementen

Abb. 2: Vermörtelte Plattenfuge mit Ytong fix P

Dünnbettmörtel

Prinzipdarstellung

Prinzipdarstellung