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389

Bautechnologie

5

Wärmeschutz

Raumklima im Winter und im Sommer

5.2

5.2.5

Wärmespeicherung

Neben der Wärmedämmung sind auch die Wärmespeicherfähigkeit und das Auskühlverhalten eines Bauteils relevant für ein

energiesparendes und klimaangepasstes Bauen. Während die Wärmedämmung den Transmissionswärmeverlust eines Hauses

bestimmt, nimmt das Wärmespeicherverhalten insbesondere Einfluss auf die Stabilität des Raumklimas, was vor allem für den

sommerlichen Wärmeschutz äußerst wichtig ist.

Die wirksame Wärmespeicherfähigkeit C

wirk

von Baustoffen und Bauteilen ist gemäß DIN V 4108-6: 2003-06 das Produkt ihrer spe-

zifischen Wärmekapazität c, der Rohdichte

ρ

, der Bauteilfläche A und der wirksamen Bauteildicke d

wirk

. Sie beeinflusst maßgeblich

das Aufheiz- und Auskühlverhalten von Räumen. Je größer die Wärmespeicherfähigkeit der raumumschließenden Bauteile ist,

desto langsamer heizen sie sich auf bzw. kühlen aus.

C

wirk

= c ·

ρ

· d

wirk

· A

c

spezifische Wärmekapazität

ρ

Rohdichte

d

wirk

Bauteildicke

A Bauteilfläche

Eine wichtige rechnerische Größe hierfür ist der Wärmeeindringkoeffizient b. Er ist die Wurzel des Produkts aus Wärmeleitfähig-

keit

λ

der spezifischen Wärmekapazität c und der Rohdichte

ρ

. Je kleiner die Wärmeeindringzahl b der Raumbegrenzungsflächen

ist, desto schneller heizt sich der Raum auf.

b = c ·

λ

·

ρ

c

spezifische Wärmekapazität

λ

Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit

ρ

Rohdichte

In Tabelle 1 sind die Wärmespeicherfähigkeit C und die Wärmeeindringzahl b für Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein abhängig

von ihrer Rohdichte angegeben. Je größer die Wärmeeindringzahl b ist, desto träger reagiert der Raum auf Temperaturschwankungen.

Raumlufttemperatur [°C]

Mittlere Oberflächentemperatur der

raumumschließenden Flächen [°C]

10

12

14

16

18

20

22

24

26

10

14

16

18

20

22

24

26

28

28

30

unbehaglich kalt

behaglich

noch

behaglich

Nach W. Frank: „Raumklima und thermische Behaglichkeit“, Berichte aus der Bauforschung, Heft 104, Berlin (1975)

Abb. 1: Thermische Behaglichkeit bei sitzender Tätigkeit, mittlerer Aktivität und entsprechend angepasster Bekleidung als

Funktion der mittleren Oberflächentemperatur der raumumschließenden Flächen und der Raumlufttemperatur

Gemessene Temperatur: 18 °C

Empfundene Temperatur: 20 °C

Gemessene Temperatur: 22 °C

Empfundene Temperatur: 20 °C