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392

Bautechnologie

Wärmeschutz

Raumklima im Winter und im Sommer

5.2

5.2.5

n

Fensterflächenanteil A

w

n

Gesamtenergiedurchlassgrad g der Fensterflächen

n

Nettogrundfläche A

G

des betrachteten Raums

n

Verglasungsarten (Zweifachverglasung und Dreifachverglasung)

n

Sonnenschutzeinrichtungen (zwischen-, außen und innen liegend)

Der vorhandene Sonneneintragskennwert S

vorh

ergibt sich aus den Tabellenangaben zur Wirksamkeit der beiden letztgenannten

Faktoren. Der Fensterflächenanteil wird unter Annahme eines 30%igen Rahmenanteils mit den lichten Rohbauöffnungsmaß-

nahmen als Blendrahmenaußenmaß ohne Putz ermittelt. Bei Fensterelementen mit opaken Anteilen – z.B. aus Füllungen – wird

nur der verglaste Fensterbereich angesetzt.

Um den zulässigen Sonneneintragskennwert S

zul

zu ermitteln, sind ebenfalls die Tabellen der DIN 4108-2 notwendig, außerdem

sieben ergänzende Faktoren:

n

Klimazonen A/B/C in Deutschland nach Klimakarte aus DIN 4108-2

n

Menge des Luftwechsels während der Nachtlüftung

n

Einflüsse aus der Gebäudebauart

n

Einsatz von Sonnenschutzgläsern

n

Orientierung der Fenster

n

Fensterneigung

n

Einsatz passiver Kühlung (z.B. durch Kühldecken)

Insbesondere die Gebäudebauart beeinflusst den zulässigen Sonneneintragskennwert, wobei Massivgebäude eine mittlere bis

schwere Bauart aufweisen und damit rechnerisch den erforderlichen Sonnenschutz reduzieren. Von leichter Bauart sprechen wir

dann, wenn kein Nachweis zur wirksamen Wärmespeicherfähigkeit vorliegt und keine der vereinfachten Eigenschaften für mittlere

oder schwere Bauart nachgewiesen sind.

n

Mittlere Bauart:

n

Stahlbetondecke

n

Massive Innen- und Außenbauteile (mittlere Rohdichte

600 kg/m

3

)

n

Keine innen liegende Wärmedämmung an den Außenbauteilen

n

Keine hohen Räume

(>

4,5 m) wie z. B. Turnhallen, Museen usw.

n

Keine abgehängte oder thermisch abgedeckte Decke

n

Schwere Bauart:

n

Stahlbetondecke

n

Massive Innen- und Außenbauteile (mittlere Rohdichte

1.600 kg/m

3

)

n

Keine innen liegende Wärmedämmung an den Außenbauteilen

n

Keine abgehängte oder thermisch abgedeckte Decke

n

Keine hohen Räume

(>

4,5 m) wie z. B. Turnhallen, Museen usw.

Ist die wirksame Wärmespeicherfähigkeit gemäß DIN V 4108-6 nachgewiesen und auf die Nettogrundfläche des betrachteten

Raums bezogen, gelten zur Einstufung der verschiedenen Gebäudebauartklassen folgende Grenzwerte:

n

Leichte Bauart: C

wirk

/ A

G

<

50 Wh/(Km²)

n

Mittlere Bauart: 50 Wh/(Km²)

C

wirk

/ A

G

130 Wh/(Km²)

n

Schwere Bauart: C

wirk

/ A

G

>

130 Wh/(Km²)

Sind beide Größen bestimmt, kann der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes erbracht werden – sofern der Sonnenein-

tragskennwert S

vorh

kleiner gleich ist als der zulässige S

zul

(S

vorh

<

= S

zul

).

Ist eine Anwendung des vereinfachten Verfahrens nicht möglich oder führt die bauliche Situation zu unbefriedigenden Ergebnis-

sen, kann der Nachweis auch durch eine thermische Gebäudesimulation erfolgen. Hier wird dann zwischen der Nutzungsart als

Wohn- oder Nichtwohngebäude und den normativ festgelegten Sommerklimaregionen unterschieden. Stundenweise werden hier

die raumklimatischen Bedingungen ermittelt und dem Bezugswert der normativ festgeschriebenen Innentemperatur gegenüber-

gestellt. Anhand der Übertemperaturgradstunden im kritischen Raum kann beurteilt werden, ob ein Gebäude die Anforderungen

an den sommerlichen Wärmeschutz erfüllt. Wichtig ist hierbei, dass hierdurch keine Beurteilung der zulässigen Raumtempera-

turen aus Arbeitsstättensicht erfolgt.