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Bautechnologie

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Wärmeschutz

Energieeinsparverordnung EnEV 2014

5.2

5.2.6

5.2.6

Energieeinsparverordnung EnEV 2014

Seit dem 1.5.2014 sind Gebäude nach der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 2014) zu planen. Die EnEV 2014 schreibt die Energie­

einsparverordnung 2009 fort und unterstreicht den Ansatz, dass der Endenergieverbrauch im Gebäudesektor weiter gesenkt werden

soll. Grundlage hierfür sind zwei Aspekte:

1. Die Novellierung des Energieeinsparungsgesetzes, das als Grundlage für die Energieeinsparverordnung dient.

2. Die europäische Gebäuderichtlinie 2010/31/EU EPBD (Energy Performance of Buildings Directive), mit der definiert wird, dass Neu-

bauten im privaten Bereich ab 2021 einem nationalen Nullenergiestandard zu entsprechen haben. Öffentliche Neubauten sollen

dieses Ziel bereits ab 2019 erfüllen.

National wird durch die Gesetzgebung in 2017 der sogenannte „nationale Fast-Nullenergiestandard“ vorgegeben. Damit ergibt sich

für Bauschaffende die notwendige Planungssicherheit, um Kunden ein ordnungsgerechtes Gebäude planen, errichten und übergeben

zu können.

EnEV-Historie

Die aktuelle Energieeinsparverordnung führt die stetige Anforderungsverschärfung an den Energiebedarf von Gebäuden fort. Seit

dem Jahr 2002 sind die Ansprüche im Hinblick auf den Transmissionswärmeverlust über die Gebäudehülle und den Lüftungswärme-

verlust stufenweise erhöht worden. Gleiches gilt für die Energieeffizienz der Haustechnik (Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung

und Kühlung).

Mit der Einführung des Energieausweises für Neubauten und Bestandsbauten lassen sich – auch im Sinne der Nutzer-/Käufer-

Transparenz – Gebäude erstmals effizient miteinander vergleichen. Zusätzlich optimieren Inspektionsberichte während der Errich-

tung und des Betriebs die energetische Qualität der Gebäude.

Ziele der EnEV 2014

Diskussionen und Richtlinien auf europäischer Ebene führten dazu, dass die Energieeinsparverordnung in Deutschland angepasst

werden musste. Mit der aktuellen EnEV 2014 ist dies mustergültig geschehen. Gegenüber der vorherigen EnEV 2009 verfolgt die

aktuelle EnEV 2014 im Wohnbau im Wesentlichen vier Ziele:

1. Transparente Dokumentation der energetischen Qualität eines Gebäudes mit dem Energieausweis

n

Der Endenergiebedarf stellt die gesamte Energiemenge dar, um sowohl die Heizleistung als auch die Trinkwassererwär-

mung des Gebäudes sicherzustellen.

n

Der Primärenergiebedarf berücksichtigt zusätzlich die Gewinnung und Bereitstellung der benötigten Energie.

n

Der Transmissionswärmeverlust kennzeichnet die Qualität der Gebäudehülle und daraus resultierende Wärmeverluste

über trennende Bauteile mit beidseitig unterschiedlichen Temperaturen.

n

Energieeffizienzklassen zum orientierenden Vergleich einzelner Gebäude

n

Es erfolgt eine Dokumentation über die Nutzung erneuerbarer Energien für die Deckung des Wärme- und Kältebedarfs –

zur Einsparung fossiler Ressourcen.

n

Es existieren Verordnungspunkte zur Aushändigung, zum Aushang und zu Inhalten der Energieausweise. Damit kann der

Nutzer direkt erkennen, welche energetische Qualität vorhanden ist und mit welchen Aufwendungen er rechnen muss.

2. Verschärfung des Anforderungsniveaus ab dem 1.1.2016

n

Der Jahresprimärenergiebedarf wurde um 25% gegenüber dem heutigen Referenzgebäude abgesenkt.

n

Der Transmissionswärmeverlust für Wohnbauten wird auf den Wert des vergleichbaren Referenzgebäudes begrenzt.

3. Anpassung der Nachweise an das aktuelle Normenwerk

n

Die aktuelle EnEV 2014 berücksichtigt, dass sich die wesentlichen Nachweisnormen im Bereich der energetischen

Bewertung von Gebäuden seit 2009 angepasst haben.

n

Zur Einführung der EnEV 2014 am 01.05.2014 wurde der Primärenergiefaktor für Strom von 2,6 auf 2,4 reduziert.

Ab dem 01.01.2016 erfolgte eine Absenkung auf 1,8.

n

Der sommerliche Wärmeschutz ist mit verschiedenen Nachweisverfahren der neuen DIN 4108-2 aus dem Jahr 2013 zu berechnen.