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Bautechnologie

Wärmeschutz

Energieeinsparverordnung EnEV 2014

5.2

5.2.6

4. Steigerung der Kontrollmöglichkeiten

n

Die EnEV 2014 führt erstmals einen wirksamen Kontrollmechanismus ein, der Stichproben der energetischen Qualität

ermöglicht und damit zur Steigerung der Ausführungsqualität beitragen soll.

n

Sukzessive angepasste Eskalationsstufen überprüfen die Angaben aus der Berechnung mit dem tatsächlich errichteten

Gebäude. Dies kann von der Kontrolle der Eingabedaten bis hin zur Ortsbesichtigung des Objekts reichen.

n

Möglich wird dies durch die Erfassung der Energieausweise anhand der neuen Registrierungsnummern und der

Verpflichtung des Planers, alle Berechnungsunterlagen für zwei Kalenderjahre aufzubewahren.

Der bewährte Nachweis über das Referenzgebäudeverfahren für Wohngebäude

Mit dem Referenzgebäudeverfahren lassen sich alle Arten von Wohn- und Nichtwohngebäuden energetisch berechnen. Für

Wohngebäude bietet sich das Verfahren nach DIN V 4108-6 in Verbindung mit DIN V 4701-10 an, da hier der Aufwand geringer ist

als mit den Datengrundlagen aus DIN V 18599.

Die energetische Qualität der Gebäudehülle ergibt sich über den Transmissionswärmeverlust. Dieser Wert bilanziert die Bauteile

der Gebäudehülle so, dass die Dämmwirkung im Mittel über alle Außenbauteile (z.B. Wände, Dach, Fenster etc.) erkennbar wird.

Das Referenzgebäude macht hier entsprechende Vorschläge für die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der einzelnen

Bauteile. Diese können sowohl unter- als auch überschritten werden. Damit kann der Planer entsprechende wirtschaftliche

Lösungen für die Gebäudehülle schaffen. Zusätzlich wird in der EnEV die Berücksichtigung der Wärmebrücken weiter fortge-

schrieben und dem Planer die Aufgabe zugewiesen, diese auf wirtschaftliche Weise zu vermeiden.

Der Energieverbrauch eines Gebäudes wird weiterhin durch die Kombination aus der Bauteilqualität der wärmeübertragenden

Gebäudehülle und der eingesetzten Anlagentechnik für Heizung, Trinkwassererwärmung und Lüftung bestimmt. Das Referenz­

gebäudeverfahren ermöglicht auch in der Anlagentechnik eine hohe Kombinationsvielfalt und wird einem Referenzstandard

gegenübergestellt. Im Rahmen des Nachweises kann dann die Anlagentechnik zusätzlich durch Herstellerkenndaten und exakte

Leitungslängen optimiert werden. Damit lassen sich gegenüber den Normwerten deutliche Einsparungen im rechnerischen Jah-

resprimärenergiebedarf erzielen.

Mit dem Wechselspiel zwischen den einzelnen Komponenten beschreibt die aktuelle EnEV keine starren Grenzwerte, sondern er-

möglicht vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Gebäudehülle und der Anlagentechnik, um die energetischen Anfor-

derungen einzuhalten. Im Referenzgebäude werden Vorgaben zu Bauteil- und Anlagenkennwerten zur Ermittlung des maximal

zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs gemacht. Aus diesen Kennwerten und der Geometrie des tatsächlichen Gebäudes ergibt

sich der energetische Standard. Dabei zählt die Summe aller Werte – nicht die Einzelwerte.

Berücksichtigung

der Wärmebrücken

U

WB

= 0,05 W/(m

2

K)

warm

kalt

unbeheizt

Dach

U

Ref

= 0,20 W/(m

2

K)

Außenwand

(inkl. Rollladenkästen)

U

Ref

= 0,28 W/(m

2

K)

Außentür

U

Ref

= 1,8 W/(m

2

K)

Außenwand

(Erdreich)

U

Ref

= 0,35 W/(m

2

K)

Bodenplatte

U

Ref

= 0,35 W/(m

2

K)

Fenster

U

Ref

= 1,3 W/(m

2

K)

g

, Ref

= 0,60

Decke

(Außenluft)

U

Ref

= 0,20 W/(m

2

K)

Dachflächenfenster

U

Ref

= 1,4 W/(m

2

K)

g

, Ref

= 0,60

Oberste Decke

U

Ref

= 0,20 W/(m

2

K)

Decke

U

Ref

= 0,35 W/(m

2

K)

Prüfung der

Luftdichtheit

n

50

Abb. 1: Referenzstandard Wohngebäude – Referenzgebäudeverfahren