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Bautechnologie

Wärmeschutz

Energieeinsparverordnung EnEV 2014

5.2

5.2.6

Die zweite Berechnungsvariante im Modernisierungsbereich geht wesentlich tiefer, da sie das gesamte Gebäude nach den Regeln

der aktuellen EnEV für Wohngebäude neu berechnet. Wohngebäude dürfen im Ergebnis die Grenzwerte des Jahresprimärenergie-

bedarfs und des Transmissionswärmeverlustes nach dem Referenzgebäudeverfahren um maximal 40% überschreiten. Damit ist

offensichtlich, dass sich dieses Bemessungsverfahren eher für eine vollständige Sanierung als für eine Bauteilmodernisierung

eignet.

Ausblick und Entwicklung der Energieeinsparverordnung

Mit der EnEV 2014 sind die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. In Deutschland werden so die europäischen Rahmenbedingungen

aus der Richtlinie 2010/31/EU und den begleitenden Verordnungen vorbildlich umgesetzt. Zugleich wird darauf hingearbeitet,

Neubauten als nahezu Nullenergiehäuser bzw. Niedrigstenergiehäuser ab 2019 im öffentlichen Bereich und ab 2021 im privaten

Sektor zum Standard zu machen. Mit der Senkung des Primärenergiebedarfs um 25% sind für Wohngebäude und Nichtwohn­

gebäude ab dem 1.1.2016 in der EnEV 2014 klare Vorgaben für Baubeteiligte gegeben worden. So hat sich mit der aktuell gültigen

Fassung der Energieeinsparverordnung der ehemalige Effizienzhaus70-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau als neuer

Standard etabliert. Aber die begleitenden Entscheidungen zur jetzigen Novelle der EnEV 2014 gehen noch weiter:

§1 „Zweck und Anwendungsbereich“ der Energieeinsparverordnung nennt einen klaren Entwicklungsauftrag für zukünftige

Energieeinsparverordnungen. So wird ergänzend zum nationalen Ziel der Niedrigstenergiehäuser auch weiterhin am klima­

neutralen Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 festgehalten. In der Konsequenz kommt es damit zukünftig auch im Bereich

Modernisierungen zu weiteren Anstrengungen und Verschärfungen. Hier ist dann für Hauseigentümer auch zu überlegen,

ob eine Neubaumaßnahme unter Wirtschaftlichkeitsaspekten nicht einfacher als eine Modernisierung zu realisieren ist.

Begleitende Modernisierungsprogramme zur Förderung von Maßnahmen im Gebäudebestand federn die Kostenbelastung für

Gebäudeeigentümer zwar leicht ab, doch steht nun auch für jedes Objekt eine Wirtschaftlichkeitsanalyse im Fokus der Moder­

nisierungsempfehlungen.

Zur Vereinfachung der energiesparrechtlichen Vorschriften sollen die bisher eigenständigen Gesetze und Verordnungen in einem

Regelwerk zusammenfließen. So entsteht aus dem bisherigen Energieeffizienzgesetz (EnEG), dem Gesetz zur Nutzung Erneuer-

barer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein Gesetzeswerk, das die energetische

und ökonomische Optimierung von Gebäuden erleichtert. Ein möglicher Name für dieses Gesetz: Gebäudeenergiegesetz. Seit

Einführung der ersten EnEV 2002 ist diese fortlaufend überarbeitet worden. Dies gilt auch für die aktuelle EnEV 2014. Zur Umset-

zung der EU-Gebäuderichtlinien ist die EnEV so zu überarbeiten, dass öffentliche Gebäude ab 2019 und alle restlichen Neubauten

ab 2021 einem „Nahe-Nullenergie“ bzw. Niedrigstenergiestandard entsprechen. Ein Referentenentwurf lag bei Redaktionsschluss

noch nicht vor.