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403

Bautechnologie

5

Klimabedingter Feuchteschutz

Schutz vor Erdfeuchte

5.3

5.3.3

5.3.3

Schutz vor Erdfeuchte

Tabelle 1: Schutz vor Erdfeuchte und Beanspruchung in Feuchträumen nach DIN 18195

Bauteilart

Wasserart

Einbausituation

Art der

Wasser-

einwirkung

Art der

erforderlichen

Abdichtung nach

Erdberührte Wände und

Bodenplatten oberhalb

des Bemessungswasser-

stands

Kapillarwasser,

Haftwasser,

Sickerwasser

Stark durchlässiger Boden

(DIN 18130-1) k

>

10

–4

m/s

Bodenfeuchte und

nicht stauendes

Wasser

DIN 18195-4

Wenig

durchlässiger

Boden

(DIN 18130-1)

k

10

–4

(m/s)

Mit Dränung nach

DIN 4095

Ohne Dränung

Gründungstiefe

3 m

unter Geländeoberkante

Aufstauendes

Sickerwasser

DIN 18195-6

Abschnitt 9

Ohne Dränung

Gründungstiefe

>

3 m

unter Geländeoberkante

Drückendes Wasser

von außen

DIN 18195-6

Abschnitt 8

Erdberührte Wände,

Boden- und Deckenplatten

unterhalb des Bemes-

sungswasserstands

Grundwasser,

Hochwasser

Jede Bodenart, Gebäudeart und

Bauweise

Drückendes Wasser

von außen

DIN 18195-6

Abschnitt 8

Wand- und Bodenflächen

in Nassräumen

1)

Brauchwasser Nassräume

Nicht drückendes

Wasser, hohe

Beanspruchung

DIN 18195-5

Abschnitt 8.3

Feuchtebeanspruchte

Wand- und Bodenflächen

im Wohnungsbau

Brauchwasser Bäder und Duschen

Nicht drückendes

Wasser, mäßige

Beanspruchung

DIN 18195-5

Abschnitt 8.2

1)

Innenräume mit einem nutzungsbedingt erforderlichen Fußbodenablauf, Bäder im

Wohnungsbau sind keine Nassräume im Sinne der Norm

Es ist ratsam, den außenseitigen Feuchteschutz erdberührter Bauteile frühzeitig in der Gesamtplanung und Ausführung eines Bau-

werks zu berücksichtigen und mit allen Beteiligten abzustimmen. Hierzu regelt die Normenreihe der DIN 18195 den Erdfeuchte-

schutz – von der Planung über die Materialauswahl bis hin zur Ausführung. Sie umfasst auch die Abdichtung von nicht wasserdichten

Bauwerken gegen Bodenfeuchte und nicht drückendes sowie drückendes Wasser und enthält alle notwendigen Maßnahmen zur Ab-

dichtung. Auf diese Weise lassen sich Mauerwerksbauten und Betonbauteile dauerhaft schützen und Feuchteschäden vermeiden.

In der Gesamtplanung wird die Abdichtungsart abhängig vom Bauteil, von der Art der Wassereinwirkung und von der vorgesehe-

nen Nutzung ausgewählt. Moderne Gebäude sind im erdberührten Bereich stets so auszuführen, dass die Räume dort vollwertig

nutzbar sind. Von daher sind die Schutzmaßnahmen vor Erdfeuchte so zu dimensionieren, dass diese Räume auch für Wohn-

zwecke genutzt werden können oder hochwertige Güter darin schadlos lagern können.

Mögliche Erdfeuchtebelastungen sollten so früh wie möglich ermittelt werden, denn es ist immer mit einer Bodenfeuchte zu rech-

nen und daraufhin die Abdichtung auszulegen. Zudem beinhaltet eine umfassende Planung die Geländeform, den vorhandenen

Boden, das vorgesehene Verfüllmaterial sowie den ermittelten Bemessungswasserstand am Gebäudestandort. Auf diese Unter­

suchungen kann man nur dann verzichten, wenn die planerischen Schutzmaßnahmen vor Erdfeuchte der höchsten Beanspru-

chungsgruppe (Abdichtung gegen drückendes Wasser DIN 18195-6, Abschnitt 8) entsprechen.

Für den vorhandenen Boden und das vorgesehene Verfüllmaterial ist der Durchlässigkeitsbeiwert k [m/s] zu bestimmen. Er zeigt

an, ob der Boden stark durchlässig (k

>

10

-4

[m/s]) oder wenig durchlässig (k

10

-4

[m/s]) ist. Ist der Durchlässigkeitsbeiwert nicht

zweifelsfrei erkennbar, ist eine Baugrunduntersuchung notwendig. Kommt eine Drainage zum Einsatz, kann der Schutz vor Erd-

feuchte auch bei wenig durchlässigen Böden so geplant werden wie bei durchlässigen Böden.

Zukünftig wird die noch aktuelle Abdichtungsnorm DIN 18195 in mehrere inhaltlich angepasste Einzelnormen aufgeteilt. Der

Schutz vor Erdfeuchte regelt sich dann über die Norm DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen.