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407

Bautechnologie

5

5.4.2

Brandschutz

Klassifizierung von Ytong und Silka nach DIN EN 1996-1-2/NA

5.4

5.4.2

Maßgebend für den Brandschutz in Deutschland ist die DIN EN 1996-1-2/NA. Sie regelt die Anforderungen für die Einstufung von

Bauteilen nach den Kriterien der Tabelle 3, Kapitel 5.4.1 in die einzelnen Feuerwiderstandsklassen. Die seit Mai 2016 bestehende

DIN 4102-4: Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile

und Sonderbauteile wird lediglich als Restnorm für Bauteile herangezogen, die im Eurocode keine Beachtung gefunden haben.

Hinweise zur „heißen“ Bemessung von Mauerwerk

Die zulässigen Auflasten, die im Brandfall nicht überschritten werden dürfen, dürfen den früher nach DIN 1053 (vereinfachtes

Verfahren) zulässigen Wert nicht überschreiten. Deshalb sind bei einer „kalten“ Bemessung nach DIN EN 1996-3/NA oder dem

genaueren Verfahren nach DIN EN 1996-1-1/NA in Verbindung mit einer Brandschutzbemessung nach DIN 1996-1-2/NA Aus­

nutzungsfaktoren zu bestimmen. Hierbei entspricht

α

6,fi

= 0,7 der bekannten Ausnutzung

α

6

= 1,0 nach DIN 4102-4. Alternativ darf

für Silka Kalksandstein auch der Ausnutzungsfaktor

α

fi

für den außergewöhnlichen Lastfall Brand verwendet werden. Dies gilt

sowohl für Silka Voll- oder Blocksteine als auch für Plansteine sowie für Planelemente und Fasensteine. Dieser Ausnutzungsfaktor

muss nicht berechnet werden, da

α

fi

= 0,7 der vollen Ausnutzung in der „kalten“ Bemessung nach dem genaueren Verfahren der

DIN EN 1996-1-1/NA entspricht.

Wände der Feuerwiderstandsklassen EI, REI und R30–180

Auf nicht tragende Wände wirkt auch im Brandfall lediglich ihr Eigengewicht ein. Sie dienen nicht der Knickaussteifung tragender

Wände, müssen aber auf ihre Fläche wirkende Windlasten auf tragende Bauteile abtragen. Nicht tragende Wände sind bezogen auf

den Brandschutz grundsätzlich raumabschließend.

Tragende, raumabschließende Wände sind überwiegend auf Druck beanspruchte Bauteile. Sie haben die Aufgabe, im Brandfall

die Tragfähigkeit zu gewährleisten sowie die Brandübertragung zwischen den Räumen zu verhindern. Dies gilt z.B. für Treppen-

raumwände, Wände an Rettungswegen oder Brandabschnittstrennwände, die im Brandfall nur einseitig beansprucht werden.

Für aussteifende Wände gelten brandschutztechnisch die gleichen Bemessungsregeln wie für tragende Wände.

Tragende, nicht raumabschließende Wände (z. B. tragende Innenwände innerhalb eines Brandabschnitts – einer Wohnung –,

Außenwandscheiben mit einer Breite unter 1,0 m oder Mauerwerkspfeiler) sind ebenfalls überwiegend auf Druck beanspruchte

Bauteile, müssen im Brandfall jedoch ausschließlich die Tragfähigkeit gewährleisten. So wirkt ein Brand zwei-, drei- oder sogar

vierseitig auf sie ein.

Putz nach DIN EN 1996-1-2 4.2(1)

In den folgenden Tabellen werden immer

wieder Putze nach DIN EN 1996-1-2 4.2(1)

angesprochen. Dies sind zum Beispiel

Gipsputzmörtel nach DIN EN 13279-1

oder Leichtputze LW oder T nach

EN 998-1. Bei zweischaligen Wänden

ist der Putz nur auf der Außenseite der

Konstruktion erforderlich und nicht

zwischen den Schalen.

Klassifizierung von Ytong und Silka nach DIN EN 1996-1-2/NA

Abb. 1: Definition der Mindestwanddicke für Tabellen 1–6, 12 und 13

t

F

= d = Wanddicke

t

1

= d

1

= Putzschichtdicke

d

d

1

d

1

t

F

t

1

t

1

t

F

d

nach DIN EN 1996-1-2/NA

nach DIN 4102-4

Prinzipdarstellung