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418

Bautechnologie

Schallschutz

5.5

Zur Orientierung lässt sich die Schallpegeldifferenz in das bewertete Bauschalldämm-Maß wie folgt abschätzen:

n

Bei horizontaler Übertragung in kleine Empfangsräume

D

nT,w

~ R´

W

n

Bei horizontaler Übertragung in große Empfangsräume

D

nT,w

~ R´

W

+ 3 dB

n

Beim vertikalen Schallschutz

D

nT,w

~ R´

W

+ 1 dB

Planungshinweise, um Schallschutzziele zu erreichen

Entsprechend den Anforderungen und Zielen der DIN 4109 ist der Schallschutz bereits Teil der Planungsphase, in der sich der

Planer Gedanken über die Lage der „leisen“ und „schutzbedürftigen“ Räume (z.B. Wohn- und Schlafräume oder Kinderzimmer)

zu den „lauten“ Räumen (Sanitärräume, Küchen und Treppenräume) machen sollte. Wohn- und Schlafräume sollten möglichst

so angeordnet werden, dass sie wenig vom Außenlärm betroffen werden und von den Treppenräumen durch andere Räume, wie

Wasch- und WC-Räume, Küchen, Flure und ähnliche, getrennt sind. Beiderseits an Wohnungstrennwände angrenzende Räume

sollten gleichartiger Nutzung sein, z. B. Küche neben Küche, Schlafraum neben Schlafraum, sofern nicht durchgehende Gebäu-

detrennfugen/Haustrennwände vorhanden sind.

Da nach DIN 4109, Abschnitt 1 diese Norm zum Schutz von Aufenthaltsräumen im Nachbarbereich dient, lässt sich an dieser

Stelle kein Schallschutz zwischen lauten Räumen ableiten. Um die Anforderungen an Treppenräume in Mehrfamilienhäusern

einhalten zu können, sind einige planerische Hinweise zu beachten. So sind u.a. Treppenläufe und -podeste elastisch zu lagern

und Treppenläufe akustisch entkoppelt von angrenzenden Wänden anzuordnen. Eine höherwertige akustische Trennung der

Treppenräume vom übrigen Baukörper kann beispielsweise auch durch eine zweischalige Wandausbildung erreicht werden.

Auch bei Installationswänden greift die a.a. R. d. T., gebäudetechnische Anlagen schalltechnisch entkoppelt an massive Bauteile

anzuschließen. Zudem werden Rohrleitunden nicht in, sondern ebenso entkoppelt vor die Wand gelegt (Vorwandinstallation).

Einbausituation

Regelwerk

Horizontale Luftschallübertragung

Vertikale Luftschallübertragung

Schutzbedürftige Räume

fremder Wohnbereiche

Eigener

Wohnbereich

Eigener

Wohnbereich

Anforderungen

an Haustrennwände

Empfehlungen

für Innenwände

Empfehlungen

an Trenndecken

w

D

nT,w

w

D

nT,w

w

D

nT,w

DIN 4109:1989

Beiblatt 2

57

67

40/47

50/55

DIN 4109: 2016

unterstes

Geschoss 59

Folge-

geschosse 62

VDI 4100:2007-08

SSt I

SSt II

SSt III

57

63

68

40

48

48

50

55

55

VDI 4100:2012-10

SSt I

SSt II

SSt III

65

69

73

48

52

48

52

DEGA 103 2009-03

Wände,

Decken

w

F

E

D

C

B

A

A*

<

50

50

53 / 54

57

62

67

72

Tabelle 3: Anforderungen und Empfehlungen für Doppel-, Reihen und Einfamilienhäuser zum Luftschallschutz von

geschlossenen Wänden (ohne Türen) in dB