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Bautechnologie

Bewertungsverfahren zur Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes

Genau wie ein Geräusch ist auch das Schalldämm-Maß aus verschiedenen Frequenzen zusammengesetzt. In der Bauakustik be-

trachtet man 21 Frequenzbereiche zwischen 50 Hz und 5.000 Hz. Für die baurechtliche Bewertung werden 16 Frequenzbereiche

zwischen 100 Hz und 3.150 Hz herangezogen. Nun wäre es sehr unübersichtlich, wenn man sowohl für die Festlegung der bau­

akustischen Anforderungen an das Gebäude als auch im rechnerischen Nachweis jeweils mit diesen 16 Frequenzbereichen arbeiten

müsste. Daher wurde ein Verfahren eingeführt, mit dem diese vielen frequenzabhängigen Schalldämm-Maße zu einem Wert zusam-

mengeführt werden. Es wäre falsch, hier von einem „Mittelwert“ zu sprechen. Vielmehr werden die 16 Frequenzbereiche mittels

eines normativen Bewertungsverfahrens mit einer Bezugskurve verglichen und es wird ein sogenannter Einzahlwert gebildet (Abb. 2).

Das Ergebnis des bewerteten Schalldämm-Maßes ist abhängig davon, wie hoch die frequenzabhängigen Schalldämm-Maße sind

und wie groß die Abweichung der Ergebniskurve aus Messungen im Vergleich zur Bezugskurve ist. Dieses Verfahren kann allerdings

auch dazu führen, dass trotz Einhaltung der schalltechnischen Anforderungen mit dem ermittelten Einzahlwert die Erwartungen an

den Schallschutz subjektiv nicht erfüllt werden. Das oben beschriebene Bezugskurvenverfahren täuscht mitunter über Schwächen

in der Schalldämmung in einzelnen Frequenzbereichen hinweg. Darum gilt es, bei tieffrequenten Geräuschen den entsprechenden

Spektrum-Anpassungswert zu verwenden.

Exemplarisch dargestellte Lösungen (Variationsrechnungen) aus dem Bereich Geschosswohnungsbau

Wärmedämmende Ytong Außenwände und hoch tragfähige Silka Innenwände erfüllen sicher die Anforderungen und Empfeh-

lungen sowohl an den Wärmeschutz und den Brandschutz als auch an den Schallschutz. Hier kommen die Baustoffe entspre-

chend ihrer Stärken zum Einsatz.

Eine Orientierungshilfe zum baulichen Luftschallschutz geben die Tabellen 4 und 5, in denen verschiedene Baustoffkombinati-

onen durchgerechnet werden. Ausgehend von einer Raumsituation im Mehrgeschosswohnungsbau – einem Wohnzimmer mit

einer Grundfläche von 4,00 x 5,00 m bei einer Raumhöhe von 2,60 m (Abb. 3) – ist hier das Vorurteil schnell ausgeräumt, dass

Ytong Porenbeton die Anforderungen an den vertikalen Schallschutz nicht erfüllt. Genauso die Situation beim horizontalen Luft-

schallschutz (Abb. 4). Hier werden zwei aneinanderliegende Schlafzimmer fremder Wohnbereiche mit einer Trennwandlänge von

5,00 m und einer Raumtiefe von 3,50 m näher betrachtet.

Die berechneten Prognosen erfüllen allesamt die Anforderungen an einen erhöhten Schallschutz nach VDI 4100:2007-08; SSt II.

Mit detailliert geplanten Konstruktionen können noch höhere Anforderungen erfüllt werden. Vielfach reicht es nicht mehr aus,

allein das trennende Bauteil schwerer zu machen, sondern die schwächsten Stellen des Systems müssen verbessert werden.

Unterstützung bietet z. B. unser kostenloser downloadbarer Schallschutzrechner unter

www.ytong-silka.de/tools.

So kann eine

zielgerichtete Optimierung bereits in der Planung stattfinden.

Abb. 3: Luftschallschutz vertikal

X-Stoß

T-Stoß

X-Stoß

Abb 4: Luftschallschutz horizontal (Wohnungstrennwand)

Stumpfstoß

X-Stoß

Schallschutz

5.5

Prinzipdarstellung

Prinzipdarstellung