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433

Bautechnologie

5

Schallschutz

Schallschutz von Funktionswänden

5.5

5.5.3

5.5.3

Schallschutz von Funktionswänden

Außenwände lassen sich – sofern es die

wärmetechnischen Eigenschaften des Bau-

stoffs hergeben – monolithisch herstellen.

Beim Neubau und bei der Sanierung kann

es jedoch erforderlich sein, die Wärmedäm-

mung der Außenwand durch das Anbringen

eines Wärmedämm-Verbundsystems

(WDVS) an der Außenseite oder aber durch

das innenseitige Dämmen zu verbessern.

Aus einer einschaligen Wand wird dabei

eine mehrschalige Konstruktion „Masse-

Feder-Masse“, wobei die Wärmedämm-

schicht wie eine Feder wirkt. Der darauf

aufgetragene Putz ist als Masse über die

Federwirkung an die Tragwand gekoppelt.

Die Folge: Aufgrund des veränderten akus-

tischen Systems kann eine Wärmedäm-

mung bei ungünstigem Zusammenwirken

der Schwingungseigenschaften die Schall-

dämmung in einzelnen oder mehreren

Frequenzbereichen verschlechtern.

Abb. 1: Veränderung der Schalldämmung durch Multipor Mineraldämmplatten auf

flankierenden Bauteilen

Frequenz [dB]

0,0

50

10,0

20,0

30,0

40,0

50,0

60,0

70,0

63 80

100

125

160

200

250

315

400

500

630

800

1.000

1.250

1.600

2.000

2.500

3.150

4.000

5.000

Schalldämm-Maß R'

R'Flankierende Außenwand: ohne Multipor mit Multipor

Einfluss von Multipor Mineraldämmplatten auf die Schalldämmung eines Außenbauteils

Bei einer Wärmedämmung aus Multipor Mineraldämmplatten liegt der Effekt des Resonanzeinbruchs im höheren Frequenzbe-

reich und ist daher weniger kritisch als bei anderen Dämm-Materialien. Zudem ist in höheren Frequenzbereichen in der Regel

ein bereits hohes Schallschutzniveau des Tragmauerwerks bzw. der Dachkonstruktion vorhanden. Nun können für jedes WDVS

unterschiedliche Resonanzfrequenzen bemessen und berechnet werden. Liegen diese im tieffrequenten Bereich, wie es häufig

bei WDVS aus Polystyrol oder Mineralfaser vorkommt, beeinflusst dies den Schallschutz negativ. Geräusche wie Verkehrslärm

sind deutlich wahrnehmbar, da tiefe Töne besser in das Gebäudeinnere übertragen werden als hohe.

Tabelle 1: Resonanzfrequenzen verschiedener WDVS

Material

Dämmstoffdicke

[mm]

Dynamische Steifigkeit

[MN/m³]

Resonanzfrequenz

[Hz]

Multipor Mineraldämmplatten

100–300

1.500–5.000

1.600–2.200

1)

EPS

50–100

50–86

250–500

EPS (elastifiziert)

100

13

100–150

Mineralfaser

50–120

17–27

100–250

Mineralfaser, stehende Lamellen

120

53

350

1)

Rechnerisch ermittelt und durch eigene Messungen bestätigt