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Bautechnologie

Schallschutz

Schallschutz zweischaliger Haustrennwände

5.5

5.5.5

5.5.5 Schallschutz zweischaliger Haustrennwände

Bewertetes Schalldämm-Maß R’

w,R

nach DIN 4109-2

Die in der DIN 4109-1 geregelten Schallschutzanforderungen von Haustrennwänden werden am einfachsten durch eine

zweischalige Konstruktion mit einer Trennfuge erfüllt, wobei die Schallschutzanforderungen nicht starr an DIN-Vorgaben

gebunden sind. Ergänzend dazu haben sich mittlerweile auch höhere Schallschutzanforderungen für die zweischalige

Konstruktion – unabhängig von der Norm – etabliert. Diese werden als anerkannte Regel der Technik bezeichnet und sind

abhängig von der Ausbildung und der Trennung der Gebäudeteile.

Das Schalldämm-Maß zweischaliger Haustrennwände ergibt sich aus der Addition der flächenbezogenen Massen beider Schalen

zuzüglich eines Zuschlags von bis zu 17 dB. Je nach Übertragungssituation ergeben sich die Zuschlagswerte aus der Tabelle 1 der

DIN 4109-2:2016. (Abb. 1) Muss der Schallschutz jedoch besondere Anforderungen erfüllen, empfiehlt sich eine Haustrennwand aus

Silka Kalksandstein. Die hohen Massen beider Schalen sorgen dann dafür, dass – fachgerecht ausgeführt – der erhöhte Schallschutz

als Standard zwischen den Hauseinheiten erreichbar ist.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Haustrennwand zwischen Doppel- und Reihenhäusern nach allgemein anerkannten Regeln

der Technik ab der Bodenplatte zweischalig auszuführen ist – auch dann, wenn im Kellergeschoss eine „weiße Wanne“ mit Keller-

außenwänden vorhanden ist, die die Haustrennfuge überbrückt. Die Gebäudetrennung erstreckt sich dabei über die gesamte Breite

und Höhe des Gebäudes einschließlich aller Decken, der Innen- und Außenwände sowie der Dacheindeckung usw.

Das Nachweisverfahren für zweischalige Haustrennwände zwischen Doppel- und Reihenhäusern nach Beiblatt 1 der

DIN 4109:1989 entsprach nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik und wurde im Rahmen der Novellierung

der DIN 4109 überarbeitet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Umfang der Trennung von Gebäudeabschnitten den Schallschutz erheblich beeinflusst.

In der DIN 4109-2 unterscheidet das Rechenverfahren zwischen den folgenden Varianten (Abb. 1):

n

Variante 1: Trennung der Gebäudeabschnitte mit durchlaufender Bodenplatte

n

Variante 2: Trennung der Gebäudeabschnitte mit durchlaufender Bodenplatte und durchlaufenden Außenwänden im Keller­

geschoss („weiße Wanne“)

n

Variante 3: Trennung der Gebäudeabschnitte inklusive der Bodenplatte, aber durchlaufendes, gemeinsames Fundament

n

Variante 4: Trennung der Gebäudeabschnitte inklusive der Bodenplatte und Fundament

Darüber hinaus wird in der Schallschutzbeurteilung zwischen unterstem Geschoss und den darüberliegenden Geschossen

unterschieden, da hier die erreichbaren Schalldämmungen differieren. Die einzelnen Varianten lassen somit gemäß

DIN 4109-2:2016 Zuschläge

R

w,TR

auf den Rechenwert des bewerteten Schalldämm-Maßes zu.

Zunächst wird ein Basiswert des Schalldämm-Maßes R’

w

berechnet, indem in die Gleichung für m’ die Summe der flächenbe­

zogenen Massen der Einzelschalen eingesetzt wird. Anschließend wird zu diesem Basiswert der Zuschlag für den Trennungsgrad

der Gebäudeabschnitte hinzuaddiert.