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Bautechnologie

Erhöhung der Schirmwirkung

Die Schirmwirkung einer Strahlenschutz-

wand lässt sich ertüchtigen bzw. erhöhen,

indem ein Abschirmgewebe mit metal-

lischer Gitterstruktur in den Putz eingelegt

wird. Der Hersteller vertreibt Gewebe und

Putz dabei als komplettes System, das

gemäß den Verarbeitungsrichtlinien –

insbesondere an den Ecken und Übergän-

gen – sorgfältig zu verarbeiten ist. Es wird

empfohlen, das Gewebe an diesen konstruk-

tiv aufwendigen Bereichen großzügig,

mindestens 10 cm überlappen zu lassen.

Ein überschlägiger Vergleich zeigt die

Vorteile von Silka protect zu einem „alter-

nativen“ Kalksandstein der Rohdichte­

klasse 1,8. Während Silka protect den

Schirmungsgrad auf über 99,99% (bei

ca. 900 MHz = z.B. D1-Netz) steigert, liegt

die Dämpfung bei der Rohdichteklasse 1,8 bei 40%/70% (bei GSM 900/GSM 1800, UMTS). Wie zuvor beschrieben, kann die Dämpfung

durch die Einlage eines elektromagnetisch wirksamen Gewebes in den Außenputz des Wärmedämm-Verbundsystems auf bis zu 99%

ertüchtigt werden. Handelt es sich hierbei um einen geschlossenen Raum oder ein komplett abgeschirmtes Gebäude mit geschlos-

senen Fenstern und Türen, ist es nahezu unmöglich, z.B. mit einem Mobiltelefon zu telefonieren – weder ein Gespräch zu führen noch

es anzunehmen. Auch gilt es zu bedenken, dass eine WLAN-Verbindung innerhalb eines Schirms einer gesonderten Planung bedarf.

Fenster

Ist die Planung eines Fensters in Wänden eines geschirmten Bereichs zwingend erforderlich, stellt dieses immer eine mögliche und

schwer zu beseitigende Schwachstelle dar. Daher sollte ein geschirmtes Fenster immer nur dann geplant werden, wenn es absolut

notwendig ist! Weiterhin ist zu bedenken, dass sich bei geöffnetem Fenster die Schirmwirkung deutlich reduziert.

Grundsätzlich gibt es hier zwei Schirmungskonzepte:

n

Einlage eines Metallgewebes zwischen zwei Glasscheiben (höhere Dämpfung)

n

Einlage eines leitfähigen Films auf eine Standardglasscheibe (niedrigere Dämpfung)

Bei dem Konzept mit Einlage eines Metallgewebes ist dieses so feinmaschig, dass selbst hohe Frequenzen (

>

3 GHz) gut geschirmt

werden. Eine Steigerung ist durch Einlage weiterer Schichten, deren Gitter zueinander versetzt sind, möglich. Die Verbindung des/

der Gitter könnte über einen Metallrahmen mit dem Baukörper erfolgen. Beim zweiten Konzept wird eine Folie entweder auf die

Scheibe geklebt oder aufgedampft. Wichtig ist hierbei der Kontakt der Folie zum metallischen Rahmen.

Es gilt: Je höher die Dämpfung, desto geringer ist die Lichttransmission des Fensters.

Äquivalente Bleischichtdicke

Zur Schwächung der ionisierenden Strahlung, im Wesentlichen radioaktive Strahlung, ist nach DIN 6812 die äquivalente Bleischicht-

dicke zu ermitteln. Diese sagt aus, wie dick eine alternative Schutzschicht sein muss, um die gleiche Schirmung zu erreichen. Dabei

spielt die geplante Geräteleistung (Röhrenspannungsbereich) des z.B. Röntgengeräts eine wesentliche Rolle. Diese berechnet sich

nach der Formel:

Tabelle 2: Zusammenhang zwischen Schirmdämpfung und dem Schirmungsgrad

Schirmdämpfung SE

[dB]

Anteil der eindringenden

Feldleistung

Schirmungsgrad

[%]

0

1/1

0,0

3

1/2

50,0

6

1/4

75,0

7

1/5

80,0

10

1/10

90,0

13

1/20

95,0

16

1/40

97,5

20

1/100

99,0

30

1/1.000

99,9

40

1/10.000

99,99

50

1/100.000

99,999

60

1/1.000.000

99,9999

70

1/10.000.000

99,99999

80

1/100.000.000

99,999999

Strahlenschutz

5.6