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Wandbaustoffe

Planung und Konstruktionsbeispiele Außenwände

Kelleraußenwände

3.1

3.1.5

Silka Kalksandstein besteht. Die

Wahl der Baustoffkombination und

ihrer Verbindung sollte aufgrund

der unterschiedlichen Material­

eigenschaften bereits in der frühen

Planungsphase stattfinden. Die zu-

sätzliche feuchtegeeignete Wärme­

dämmung sollte auf der Bodenplatte

aufstehen, um Scherspannungen

zwischen der Dämmplatte und der

Außenwand im Bereich der Abdich-

tungsebene zu vermeiden.

Weitere planungsrelevante

Aspekte bei Kelleraußenwänden

Ist der Keller als Wohnraum geplant,

regeln ergänzende baubehördliche

Auflagen die Belichtung der einzel-

nen Räume über Lichtschächte oder

Geländeabtreppungen.

Gleichzeitig stellen sie eine ausrei-

chende Belüftung sicher. Keller mit

gemauerten Außenwänden befinden

sich meist dort, wo keine ständig

anstehende Feuchtigkeit herrscht.

So ist die Auswahl von Lichtschäch-

ten recht einfach. Anders ist es, wenn

sich im Bereich der Lichtschächte

erhöhte Feuchtigkeit sammelt. Licht-

schächte sollten dann technisch so

ausgestattet sein, dass das eindrin-

gende Oberflächenwasser schnell

abgeführt wird.

Eingebaute außenseitige Wärme-

dämmschichten müssen beim An-

füllen der Kelleraußenwände gegen

mechanische Einflüsse geschützt

werden, sonst können sie ab- oder

aufreißen und die dahinterliegende

Abdichtung verletzen. Auftretende

Feuchtigkeit sollte – wenn der na-

türlich anstehende Baugrund dafür

ungeeignet ist – durch eine Draina-

ge vom Gebäude abgeführt werden.

Kelleraußenmauerwerk darf erst

angefüllt werden, wenn auf dem

Mauerwerk eine ausreichende Auf-

last vorhanden ist. Das bedeutet:

Auf den erddruckbelasteten Mauer-

werksteilen sollte mindestens die

Decke aufliegen und im Idealfall

auch das aufgehende Mauerwerk.

Statische Vorgaben über die Min-

destauflast vor dem Verfüllen sind

in jedem Fall zu berücksichtigen.

Darüber hinaus sollte der Einbau

schichtweise erfolgen und sowohl

bei der Planung als auch bei der

Bauausführung ist darauf zu ach-

ten, dass das Verdichtungsmaterial

mit geeignetem und auf den Boden

abgestimmtem Gerät bis zur mittel-

dichten Lagerung verdichtet wird.

Haustechnikleitungen sind ein wei-

terer wichtiger Planungsbestand-

teil. Da sie durch die Kelleraußen-

wände geführt werden, müssen sie

beweglich und widerstandsfähig ge-

genüber Feuchtigkeit sein. Außer-

dem sollten sie Lasten standhalten,

die durch unterschiedliches Set-

zungsverhalten zwischen dem Erd-

reich und dem Gebäude entstehen.

Ein Keller schafft Nutzen

Wer auf einen Keller verzichtet,

trifft eine endgültige Entscheidung,

denn eine nachträgliche Unter­

kellerung ist nicht möglich. Statt-

dessen muss man anderweitig

wertvolle Lagerflächen in Haus

oder Garten schaffen. Die frühzei-

tige Entscheidung für einen Keller

ermöglicht einen hochwertigen

Wohn- und Nutzraum im Unterge-

schoss des Hauses zu einem akzep-

Lichtschacht

Lagenweises Verfüllen der Baugrube