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Wandbaustoffe

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Planung und Konstruktionsbeispiele Innenwände

Nicht tragende, raumabschließende Innenwände

3.2

3.2.2

evtl. vorhandener Putze. Trennwän-

de mit brandschutztechnischer Be-

anspruchung benötigen außerdem

geeignete Anschlüsse. Bei beweg-

lichen oberen Anschlüssen hat es

sich bewährt, diese vollständig mit

mineralischen Fasern der Baustoff-

klasse A zu befüllen – mit einer

Rohdichte von über 30 kg/m³ und

einem Schmelzpunkt von über

1.000 °C. Ein beidseitiger Fugen-

dichtstoff dient der Lagesicherung

und wirkt sich nicht nachteilig auf

die Brandsicherheit aus.

Wärmeschutz nach individuellem

Bedarf

An Trennwände werden nur im Ein-

zelfall Wärmeschutzanforderungen

gestellt. So greifen die Anforderun-

gen der EnEV zum Beispiel, wenn

ein Kellerraum vom beheizten

Treppenhaus zu trennen ist. Hier

erweist sich der Einsatz von Ytong

Porenbeton aufgrund seiner guten

Dämmeigenschaften als geeignete

Lösung. Wenn auch Tragfähigkeit

gefordert ist, bietet sich Silka Kalk-

sandstein kombiniert mit einer zur

Kaltraumseite hin angebrachten

Dämmung z. B. aus Multipor Mine-

raldämmplatten an.

Ausführung nach einfacher

Planung

Trennwände erhalten ihre Stand­

sicherheit, indem sie durch geeig-

nete Anschlüsse (Halterungen) mit

angrenzenden Bauteilen verbunden

sind. Dabei ist zu beachten, dass

eine mindestens 3-seitige Halterung

der Trennwand gegeben sein muss.

Eine Öffnung, z. B. eine Tür, gilt hier

üblicherweise als freier Rand.

Für mehr Ausführungsqualität sorgen

vermörtelte Stoßfugen, die sich ab-

hängig von den verwendeten Mauer­

werkssteinen und deren Formaten

umsetzen lassen und damit bereits

einfach Teil der Planungsphase sind.

Seitliche Halterungen werden – je

nach Verformungserwartung – als

starre oder gleitende Anschlüsse ge-

plant. Die traditionelle Einbindung

als verzahntes Mauerwerk ist heute

unüblich, da mit Mauerankern – so-

wohl beim Hochziehen der Außen-

wand als auch nachträglich einge-

bracht – Methoden zur einfachen

seitlichen Verankerung zur Verfü-

gung stehen. Die Zahl der einzubau-

enden Anker ergibt sich aus den sta-

tisch wirkenden Kräften. Bewährt

haben sich hier ein Mauerwerksver-

binder in mindestens jeder zweiten

Lagerfuge bei einer Steinhöhe von

25 cm bzw. in den Drittelspunkten

der Wand. Jeder Verbinder nimmt

dabei Querkräfte auf, die so aus der

Trennwand sicher in die angrenzen­

den Wände eingeleitet werden. Die

Mauerwerksverbinder werden ohne

zusätzlichen Aufwand einfach in den

Lagerfugenmörtel eingebettet.

Die Planung der oberen Halterung ist

abhängig von der zu erwartenden

Langzeitdurchbiegung der Decken.

Beeinflusst sie die Trennwände nicht,

kann der Raum zwischen der Trenn-

wand und der Decke vermörtelt

werden. Wir empfehlen jedoch, die

Trennwände am oberen Rand mit

gleitenden Anschlüssen auszufüh-

ren. Stahlprofile mit einem zusätz-

lichen Mineralwolldämmstreifen

oder geeignete bewegliche Mauer­

anker (z. B. Federanker) bieten

sicheren Halt. Haben Trennwände

einen freien Rand am oberen Ende,

kann die obere Anschlussfuge eben-

falls mit elastischem Schaum ge-

füllt werden (bei brandschutztech-

nischen Anforderungen: Einlegen

von Mineralwolle mit Schmelzpunkt

1000 °C und Rohdichte

30 kg/m

3

).

In diesem Fall sind die Stoßfugen zu

vermörteln, um eine sichere Lastein-

leitung auf die angrenzenden Seiten-

wände zu gewährleisten.

Trennwände sollten möglichst spät

eingebaut, werden um Schwindungs-

und Kriechverformungen der Decken

ausreichend Zeit zum Abklingen zu

geben. Der Einbau der Trennwände

sollte nach Möglichkeit vom obersten

Geschoss nach unten hin erfolgen,

um zu vermeiden, dass eine zusätz-

liche Deckendurchbiegung auf bereits

eingebaute Trennwände einwirkt.

Weiterführende Hinweise sind im

Baubuchkapitel 5.1.2 „Bemessung

von nicht tragenden inneren Trenn-

wänden aus Mauerwerk“ sowie im

DGfM-Merkblatt „Nichttragende in-

nere Trennwände aus Mauerwerk“

zu finden.

Anordnung der Mauerverbinder