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Wandbaustoffe

3

Haustrennwände

Lärm aus fremden Wohnbereichen

überträgt sich bei Doppel- und

Reihenhäusern vor allem über die

Haustrennwand. Frei stehende Ein-

familienhäuser sind von dieser Ge-

räuschquelle naturgemäß nicht

betroffen. Der Schallschutz einer

Haustrennwand hängt ganz wesent-

lich von ihrem Gewicht ab, also von

der Rohdichte der verwendeten

Baustoffe, und sie wird deswegen

heute nur noch zweischalig ausge-

führt. Der Begriff „Haustrennwand“

wird nachfolgend also als Synonym

für die zweischalige Ausführung

in der Regel mit einer zwischen­

liegenden Mineralwolldämmung

verwendet.

Das Schallschutzniveau einer Haus-

trennwand sollte bereits im Vorfeld

definiert werden, um die Anschluss-

details optimal anpassen zu kön-

nen. Die DIN 4109:1989 verlangt für

den normalen Schallschutz ein

Schalldämm-Maß R’

w

von mindestens

55 dB im untersten Geschoss und

62 dB in allen anderen Geschossen,

was die vorhandenen Ansprüche

zumeist nicht umfassend erfüllt.

Gerade nachts, wenn der Grund­

geräuschpegel niedrig ist, nehmen

wir vorhandene Geräusche stärker

wahr. Eine höhere Schalldämmung

gleicht dieses subjektive Empfinden

vorteilhaft aus. Ein bewertetes

Schalldämm-Maß von mindestens

67 dB entspricht dem Vorschlag des

erhöhten Schallschutzes im Bei-

blatt 2 der DIN 4109:1989 und hat

sich bereits vielfach als ideale

Lösung ausgezeichnet. Dank ihrer

hohen Rohdichten erfüllen insbe-

sondere Haustrennwände aus Silka

Kalksandstein diese Anforderungen.

Guten Schutz bieten bereits zwei

15 cm dicke Schalen aus Silka Kalk-

sandstein mit der Rohdichteklasse

1,8 und einer Fuge von 4 cm – ge-

füllt mit Mineralfaserplatten des

Typs WTH nach DIN V 4108-10.

Darüber liegende Rohdichten ver-

bessern den Schallschutz zusätz-

lich, da das bewertete Flächenge-

wicht der Wand entsprechend

zunimmt.

Detailausbildung für optimalen

Schallschutz

Neben den Baustoffeigenschaften

der Haustrennwand beeinflusst ins-

besondere die Art der Ausführung

das Schallschutzniveau. Hier gilt

es, Details im Bereich der Funda-

mente, der Decken und des Dach-

abschlusses genau zu betrachten.

Denn wünscht der Bauherr einen

besonders hohen Schallschutz, bie-

tet sich eine vollständig getrennte

Haustrennwand als einzige Lösung

an. Die Gebäudeteile dürfen sich

bei einem Doppel- oder Reihenhaus

nicht berühren, um jegliche Schall-

übertragung auszuschließen.

Mörtelreste, Betonbrücken oder

auch Nägel sind im Bereich der

Trennfuge in jedem Fall zu ver­

meiden, da sie die Wirkung der

Trennfuge einschränken. Die kon­

sequente Bauteiltrennung gilt in

diesem Fall auch für die Außen­

wände und deren Bekleidung. Der

Schallschutz erhöht sich bereits bei

3.2.5

Planung und Konstruktionsbeispiele Innenwände

Haustrennwände

3.2

3.2.5