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Ytong Silka Herbstforum: Bilanz nach einem Jahr EnEV - Die Baupraxis hat sich geändert

Herbstforum Referenten

Was wurde errreicht? Wo liegen die Schwachstellen? Ein Jahr nach Einführung der EnEV 2009 zog Xella Bilanz und stieß damit auf großes Interesse: Rund 1700 Architekten, Planer und Ingenieure sowie Mitarbeiter von Bauunternehmen, Bauträgern und aus dem Baustoff-Fachhandel kamen und ließen sich beim Ytong Silka Herbstforum von Experten über den aktuellen Status und die weitere Entwicklung aufklären. Damit setzte das diesjährige Herbstforum die erfolgreiche Veranstaltungsreihe des Vorjahres fort.

„Ein Jahr danach“, bilanziert Torsten Schoch, Geschäftsführer der Xella Technologie und Forschungsgesellschaft, „zeigt sich, dass sich die Baupraxis geändert hat. Neue Systemlösungen kommen zum Einsatz, Sanierungsmaßnahmen werden aufwändiger.“ Im Focus seines Vortrags standen besonders die Fallstricke und die Tücken bei der täglichen Anwendung des Regelwerkes. „Probleme,“ so merkte Schoch kritisch an, „macht vor allem die Berechnungspraxis.“

Kritisch das Fazit von Prof. Dr.-Ing. Dieter Wolff von der FH Braunschweig/ Wolfenbüttel: „Die EnEV und das EEWärmeG (Erneuerbare Energien Wärmegesetz) sollten unbedingt zusammengelegt werden“, so sein Urteil. Als einer der führenden Experten im Bereich der Versorgungstechnik hinterfragte er das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzt kritisch und zeigte dabei deutliche Defizite bei der Umsetzung auf. „In der Praxis“, so Wolff, „stößt die Anwendung auf unüberwindliche Hürden.“ Die gegenseitigen Wechselwirkungen und Ausnahmetatbestände seien nicht mehr überschaubar. Verantwortlich dafür sei die – letztlich auf Eitelkeiten der Minister zurückzuführende - getrennte Einführung der Verordnungen durch zwei unterschiedlichen Ministerien. „Hier“, fordert Wolff, „sollte eine Vereinheitlichung unter einem Dach angestrebt werden.“

„Wo stehen wir und wohin wird die Reise gehen“, fragte Professor Dr.-Ing. Norbert Fisch von der Technischen Universität Carolo Wilhelmina in Braunschweig und philosophierte über die Frage Architektur und Energiedesign. Dabei stellte er unter anderem gelungene ganzheitliche energetische Sanierungen von Stadtquartieren und klimaneutrale Wohn- und Gewerbesiedlungen vor. Die Beispiele bereits realisierter und betriebsoptimierter Gebäude zeigten ganz klar, Architektur und Energiedesign können optimal miteinander verknüpft werden.

Dipl.-Ing. Andreas Nordhoff, Inhaber des Ingenieurbüros IBN Passivhaus-Technik knüpfte hier an und erklärte den Weg zum europäischen Nullenergiehaus. Schwerpunkt seines Vortrags war die Darstellung von wirtschaftlichen Lösungen, die einfach bewohnbar sind und allen Zielgruppen gerecht werden. Sein Vortrag lebte von der Darstellung einer breiten Palette von Beispielen für die Planungsoptimierung bei Bürogebäuden, Pflegeheimen oder Kliniken.

Ergänzt wurden die praktischen Tipps und Tricks zur optimalen Auslegung der Verordnung durch einen juristischen Beitrag. „Wer schuldet und wer haftet? Wie sehen die Haftungsgrundlagen für die Einhaltung der Vorgaben von EnEV und KFW,“ fragte Rechtsanwalt Frank Sieburg, Partner der Kanzlei Hecker Werner, Himmelreich Partnergesellschaft mit Sitz in Köln Leipzig Berlin. Siegburg ist Spezialist auf dem Gebiet des privaten Baurechts.

Alle Teilnehmer erhielten kostenlos ein umfangreiches Softwarepaket mit der aktuellsten Version der EnEV-Pro Wohnbaunachweis 2009 und der brandneuen Psi-Therm-Software zur individuellen Wärmebrückenberechnung.